TEDDYS kreativ

2018-10-22 10:31:39

Auf großem Fuße

Ausgabe 06/18

Charakterbären von Ursula Weidert

Seit rund 20 Jahren fertigt Ursula Weidert Künstlerbären mit ausdrucksvollen Gesichtern und auffallend großen Füßen. Die zwischen 10 und 45 Zentimeter großen Kreationen entstehen aus hochwertigen Stoffen in natürlichen Farbtönen. Seit 1997 ist sie nun schon im Bärenfieber und kam, wie so viele, durch einen Zufall zum Bärenmachen.

Der erste selbstgenähte Bär, der unter Ursula Weiderts Händen entstand, war etwa 10 Zentimeter klein und wurde mit Hilfe einer Bastelpackung gefertigt. Da er auf Anhieb gelang und der zeitliche Aufwand überschaubar war, stand schnell die Entscheidung fest: das Anfertigen von Teddy­bären sollte ihr neues Hobby werden. Alle erforderlichen Fertigkeiten eignete sich die Einsteigerin ohne Kurse und fremde Hilfe an. „Zunächst lagen meine Aktivitäten darin, eine Vielzahl von Bären nach Schnittmustern zu nähen, die in Teddyzeitschriften enthalten waren oder die ich mir auf Messen kaufte”, blickt die Künstlerin auf die Zeit vor mehr als 20 Jahren zurück. „Doch bald genügte mir das nicht mehr und ich änderte die Schnitte einfach ab. Vom Ehrgeiz getrieben begann ich, meine eigenen Designs zu entwerfen und zu meiner Freude gelang mir das auch recht gut.” Bald hatte sie ihren eigenen künstlerischen Stil gefunden. Bären mit dickem Bauch und großen Füßen, ganz so wie Big Foot, echte Gemütstypen wurden ihr Markenzeichen. „Als meine Bären bei mehreren Wettbewerben erfolgreich waren, beschloss ich meine anderen kreativen Hobbys zurückzustellen und mich ausschließlich auf das Entwerfen und Nähen von Bären zu konzentrieren. Dann fand auch noch das Bärenstübchen Blümmel an ihnen Gefallen und nahm meine Schnitte als Bastelpackungen in das Programm auf. Mein Glück war vollkommen.”

Hochwertig

Ursula Weiderts Kreationen variieren zwischen Größen von 10 und 45 Zentimeter, wobei sie Bären von 25 bis 30 Zentimeter am liebsten näht. Ausnahmen bestätigen wie üblich die Regel, denn ihr größter Bär misst stattliche 75 Zentimeter. Die mittlerweile sehr erfahrene Teddymacherin achtet auf hochwertige Materialien. Für sie kommen fast ausnahmslos Stoffe von Steiff-Schulte in Frage, am liebsten in natürlichen Farben. Viele Bären entstehen aus Antik-Mohair. Als Füllung kommen Allergikerwatte und Mineral- beziehungsweise Stahlgranulat zum Einsatz. Auf eine sorgfältige Verarbeitung und einen ansprechenden Gesichtsausdruck legt Ursula Weidert großen Wert. Tatsächlich kann man schon bei einem Blick in die Glasaugen ihrer Geschöpfe sehen, mit welchem Charakter man es zu tun hat. Manche Bären sehen freundlich, ­neugierig, schüchtern, selbstbewusst oder nachdenklich aus. Andere blicken verträumt, skeptisch oder gar stolz in die Kamera.

Die Bären sind vielfältig in ihrer Erscheinung, aber bei den meisten fallen direkt die markante, gestickte Nase und die großen Füße auf. Häufig sind letztere mit skulptierten Zehen und gestickten Krallen ein besonderer Blickfang. In vielen Fällen komplettiert Ursula Weidert ihre Charakterbären mit einem lässigen Hemd, einer Trägerhose oder einem Jäckchen. Den Teddydamen stehen sommerliche oder festliche Kleidchen mit Spitzenbesatz gut zu Gesicht. Dabei sollen die Kleidungsstücke nicht dominieren, damit auch das schöne Fell zur Geltung kommt. Beim Einkleiden der Bären kommen der Teddymacherin ihre weitreichenden Kenntnisse im Handarbeitsbereich zugute. Schon während der Zeit der Kindererziehung waren Schneidern, Sticken, Stricken und Knüpfarbeiten für sie eine Selbstverständlichkeit. Während einer späteren Tätigkeit in einem Handarbeitsgeschäft strickte sie sogar die Modelle für das Schaufenster.

Gefilzt

Auch im Urlaub möchte Ursula Weidert nicht auf das Bärenmachen verzichten, aber Materialien wie Mohairstoffe und Stopfwolle müssen als zusätzliches Gepäck mitgenommen werden. Mittlerweile hat sie daher die Vorzüge der Nadelfilz-Technik für sich entdeckt, denn im Gegensatz zum Nähen benötigt man hierfür wesentlich weniger Material. „Das Nadelfilzen lernte ich auf einer Messe kennen und probierte diese Art der Bärenherstellung voller Neugier aus. Wider Erwarten gelang mir das auf Anhieb”, erzählt Ursula Weidert. „Meine jetzigen Bären werden etwa 10 bis 14 Zentimeter groß und entstehen ohne Schnitt nach meinen eigenen Ideen. Kein Bär gleicht dem anderen. Aber obwohl ich die kreativen Möglichkeiten des Nadelfilzens schätze, hat das Nähen von Bären für mich nach wie vor Priorität.”
Nachdem Ursula Weidert vor acht Jahren mit ihrem Mann in den schönen Hintertaunus gezogen war, richtete sie sich ein Bärenzimmer ein, in welchem all ihre lieben Geschöpfe entstehen. Der Zeitaufwand für die Fertigung eines Bären summiert sich je nach Größe auf etwa fünfzehn Stunden. Besonders viel Zeit investiert die Teddymacherin in die Ausarbeitung des Gesichtsausdrucks, denn schließlich ist dieser die Visitenkarte eines jeden Bären. Die Bären sollen dem Betrachter ein Lächeln ins Gesicht zaubern und ihre Knopfaugen sollen sagen: Nimm uns mit, hab uns lieb! Im Kundenauftrag ist Ursula Weidert ganz bewusst nicht tätig. Viel lieber sollen Teddyfreunde die zur Adoption stehenden Plüschgesellen kennen lernen und sich spontan verlieben. Ursula Weidert näht nach Lust und Laune und zieht sich bei neuen Ideen gern in ihr Bärenzimmer zurück. Auch beim abendlichen Fernsehen hat sie so manche Idee, die dann schnell zu Papier gebracht wird. Der neue Schnitt muss logischerweise auch gleich ausprobiert werden. Aus Platzmangel musste sich die Familie schweren Herzens schon von vielen Bären trennen. Da die Künstlerin jede ihrer Kreationen aufrichtig liebt, ist es für sie eine Herzensangelegenheit, ein liebevolles Zuhause für sie zu finden.

Ausstellungen

Bisher war Ursula Weidert mit ihren Bären auf verschiedenen Hobby- und Künstlermärkten in Frankfurt und Umgebung, bei einer Allgäuer Puppen- und Bärenausstellung und viele Jahre lang bei der internationalen Teddymesse in Wiesbaden vertreten, wobei sie auf die tatkräftige Unterstützung ihres Mannes zählen kann. Für 2018 steht noch die Teilnahme an mehreren Weihnachtsmärkten in ihrem Terminkalender. Ausstellungstermine gibt die Bärenmacherin auf ihrer Website bekannt, die nicht nur viele Fotos und Informationen bereithält, sondern auch die Plüschgesellen vorstellt, die noch erworben werden können.

URL:
http://www.teddys-kreativ.de/?p=1607

TEXT
Andrea Weigel

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