TEDDYS kreativ

2018-08-03 08:00:26

Selbstgefärbt

Ausgabe 05/18

Tini Bären von Kristin Heller

Unter dem Label Tini Bären fertigt Kristin Heller ausdrucksstarke Charakterbären mit einer Größe von etwa 8 bis 20 Zentimeter. Ein individuelles Aussehen ist der erfahrenen Teddydesignerin sehr wichtig. Deshalb färbt sie die Stoffe am liebsten selbst ein und schafft auf diese Weise bezaubernde Unikate.

Kristin Heller erfuhr 2002 durch eine Mitschülerin in der Berufsschule, dass es Bastelpackungen für Teddy­bären gibt. Da sie sich schon immer für handwerkliche oder kreative Dinge interessierte, begab sie sich gleich auf die Suche nach einer entsprechenden Zeitschrift und bestellte eine Bastelpackung, die in dieser Zeitschrift beworben wurde. „Ich dachte, so schwer kann das nicht sein und machte mich gleich an die Arbeit. Aber das Ganze war dann doch schwieriger als gedacht. Der fertige Bär sah gar nicht wie das Original aus. Da Aufgeben für mich aber nicht in Frage kommt, versuchte ich mich erneut an diesem Schnitt. Es entstanden einige Bären und ich fand langsam Gefallen daran.“

Kreative Ader

In früheren Jahren zeichnete Kristin Heller gern mit Bleistiften oder griff zu verschiedenen Bastelmaterialien. Später kam die Begeisterung für das Nähen hinzu, was ihre Oma sehr gefreut hätte. Diese hatte leidenschaftlich gern Kleidungsstücke genäht und konnte nicht mehr miterleben, wieviel Freude am Nähen auch ihre Enkelin einmal haben würde. Heute näht Kristin Heller nicht nur Bären, sondern auch Kleidungsstücke für ihre Plüschgesellen. Auch die Käthe Kruse-Puppen ihrer kleinen Sammlung profitieren von ihren Nähkünsten, wenn ab und an Kleidungsstücke nach alten Schnitten entstehen.

Die mittlerweile sehr erfahrene Teddydesignerin verleiht jeder Kreation einen ganz eigenen Charakter. „Meine Bären sind eine Mischung zwischen alt und neu. Mit einem gewissen Blick, den eben nur meine Bären haben.“ Kristin Heller hat ein Faible für den Vintage-Stil und mag besonders Bären, die bespielt aussehen und die davon „erzählen“ können, was sie in ihrem Leben schon erlebt haben. „Ein Bär, der aussieht wie neu, ist für mich kein richtiger Bär. Ein Bär muss geliebt werden, dann darf er auch so aussehen. Klassische oder antike Bären mit einem besonderen Ausdruck berühren mein Herz.“

Am Anfang wurden die Tini Bären zwischen 30 und 35 Zentimeter groß. In dieser Größe entstehen sie heute selten bis gar nicht mehr. Kristin Heller liebt Herausforderungen und fertigt heute deutlich kleinere Bären mit einer Größe zwischen 8 und 20 Zentimeter. Dabei legt sie viel Wert auf hochwertige Materialien und eine sorgfältige Verarbeitung. „Bei einer Größe von 10 Zentimeter ist das gar nicht so einfach und ich habe viele Prototypen genäht, bis ich mit dem Rundum-Paket von Material bis Schnitt so zufrieden war, dass ich es zeigen konnte.“

Einzigartig

Die Teddykünstlerin aus Sachsen-Anhalt bevorzugt Mohairstoffe mit kurzem Flor oder im Antik-Stil, weil diese den besonderen Charakter ihrer Kreationen betonen. Aber auch ganz andere Stoffe wie Samt, altes Leinen oder alte Cordstoffe sind schon zum Einsatz gekommen. In Gestalt des kleinen Bären Crusher wurde sogar einer nicht mehr benötigten Jeanshose neues Leben eingehaucht.

Kristin Heller mag farbige Bären und färbt ihre Stoffe am liebsten selbst. „Meine Bären sind zwar sowieso alle Unikate. Aber da ich jeden gefärbten Stoff nur einmal verwende, ist nicht nur der Bär einzigartig, sondern auch seine Farbe.“ Gern geht die vielseitige Bärenmacherin im Internet auf Entdeckungsreise und sucht nach alten Spielsachen um 1900. Die Fotos antiker Bären liefern nicht nur Ideen für passende Accessoires, sondern geben beispielsweise auch Aufschluss darüber, welche Stellen bei den Spielzeugen besonders bespielt sind. Kristin Heller legt bei ihren Tini Bären viel Wert auf Individualität.

Oft fertigt sie auf Kundenwunsch Bären mit bestimmter Kleidung oder zu bestimmten Anlässen an. Dabei schätzt sie die unzähligen kreativen Möglichkeiten, die ihr zur Verfügung stehen. „Als ausgebildete Raumausstatterin habe ich viele Nähtechniken und das Nähen mit der Nähmaschine erlernt. Das kommt mir beim Bärenmachen zugute. Ab und zu probiere ich aber auch neue Dinge aus und habe zum Beispiel schon Bären mit verschiedenen Motiven wie Kleeblättern oder Rosen bestickt.“

Unikate

Da jeder Bär ein Unikat ist, fertigt Kristin Heller seine Kleidung oder das Zubehör in der Regel nur für ihn an. Accessoires wie Schleifen, Halstücher oder altmodische Halskrausen und Anhänger bieten viele Möglichkeiten, um den Bären einen individuellen Charakter zu verleihen. Passend zum nostalgischen Erscheinungsbild werden manche Kreationen mit ebenso nostalgischen Badehosen oder maritimen Outfits bekleidet. Obwohl manchmal auch ein anderes Tier wie zum Beispiel ein Elefant oder eine kleine Hummel entsteht, bereitet ihr das Fertigen von Bären die meiste Freude.

Da die Sachsen-Anhalterin in Vollzeit berufstätig ist, bleibt für ihre Lieblingsbeschäftigung viel zu wenig Zeit. Daher kann auch die Umsetzung spezieller Kundenaufträge schon mal zwei Monate dauern. „Auftragsbären sind für mich immer eine Herausforderung, da ich oft die Stoffe nach Kundenwunsch einfärbe und ich den neuen Bäreneltern ja auch etwas Besonderes bieten möchte. Einmal wurde ich gebeten, einen kleinen schwarzen Trauerbären für Eltern anzufertigen, die ihr Kind verloren hatten. Auf Kundenwunsch bekam er eine Träne und zwei Herzen auf seinen Bauch gestickt und außerdem eine Schleife mit einem Glöckchen. Sollte das Glöckchen klingeln, weiß die Mama, dass ihr Kind dann bei ihr ist. Diese Arbeit hat mich sehr bewegt.“ Seit mehreren Jahren unterstützt Kristin Heller mit ihren Kreationen auch eine Spendenauktion für ein Kinder-Hospiz. Es ist ihr sehr wichtig, auf diese Weise ein wenig mithelfen zu können, dass man die verbleibende Zeit der Kinder besser gestalten kann.

In den Sommermonaten stehen bei Kristin Heller Gartenarbeit und Outdoor-Aktivitäten im Mittelpunkt. Dann kommen die Plüschgesellen gewollt zu kurz. In den Herbst- und Wintermonaten widmet sich die Teddymacherin dann umso lieber ihrem schönen Hobby, bei dem sie entspannen und ihrer kreativen Ader freien Lauf lassen kann.

International

Für die Sachsen-Anhalterin ist Bärenmachen das schönste Hobby überhaupt. „Die Tatsache, dass ich seit sechzehn Jahren Bären nähe und diese anderen gut gefallen, erfüllt mich mit Stolz und Dankbarkeit. Mittlerweile sind einige Bären sogar in Neuseeland oder auf Hawaii zu Hause. Ich werde wohl nie dahin reisen, aber durch meine Bären kann ich solche Teile der Welt trotzdem kennen lernen. Besonders freue ich mich, wenn sie dann ab und zu ein Lebenszeichen von sich geben.“

Interessierte Bärensammler können auf Facebook unter Tini Bären mit Kristin Heller in Kontakt treten und finden auf Bear Pile diejenigen Plüschgesellen, die noch ein Zuhause suchen.

URL:
http://www.teddys-kreativ.de/?p=1520

TEXT
Andrea Weigel

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