TEDDYS kreativ

2017-08-21 13:45:02

Und …verkauft!

Ausgabe 05/17

Große Steiff-Auktion in Giengen

Der Steiff-Sommer lockt jedes Jahr tausende Bärenfans aus aller Welt ins Städtchen Giengen an der Brenz. Das Volksfest rund um den Firmensitz der berühmten Manufaktur wartet mit einer ganzen Reihe von Attraktionen auf. Ein besonderes Highlight ist die große Steiff-Auktion, bei der regelmäßig hochkarätige und zum Teil einzigartige Objekte zum Aufruf kommen.

Die große Steiff-Sonderauktion im Bürgerhaus Schranne gehört für viele Teddy-Enthusiasten zum unbestrittenen Höhepunkt des jährlich stattfindenden Steiff-Sommers in Giengen an der Brenz. Es verwunderte daher nicht, dass die Ankündigung, es werde 2016 keine Versteigerung geben, für viel Unmut sorgte. Zu kurzfristig erfolgte die einvernehmliche Trennung zwischen dem Giengener Unternehmen und dem Auktionshaus Teddy-Dorado. Umso größer war die Freude, als feststand, dass Steiff mit der Ladenburger Spielzeug-Aktion für 2017 einen kompetenten und erfahrenen Partner gewinnen konnte. Routiniert und mit viel Akribie sorgte Auktionator Götz C. Seidel zusammen mit seinem Team für einen reibungslosen und erfolgreichen Ablauf der Auktion, bei der einige hochkarätige Objekte unter den sprichwörtlichen Hammer kamen. Von den 222 angebotenen Bären und Tieren wurden übrigens 221 Stück verkauft. Nur ein Pagen-Affe fand keinen neuen Besitzer und ging somit in den Freiverkauf.

Topseller

Topseller waren wie erwartet ein Steiff-Happy mit einer Größe von 40 Zentimeter aus der Zeit von 1926/27. Der gut erhaltene, gegliederte Plüschgeselle verfügt über einen braun gespitzten und ein wenig ausgeblichen Mohairplüsch. Gefüllt mit Kapock sowie Holzwolle und ausgestattet mit einer Druckstimme ohne Funktion erzielte der Bär einen Preis von 11.500,– Euro und konnte seinen Rufpreis von 1.900,– Euro versechsfachen. Nur ein Bär erzielte einen noch höheren Preis: ein außergewöhnlich gut erhaltener Teddy-Clown von Steiff aus dem Jahr 1926 mit Brustschild, Knopf und Fahne. Ein Liebhaber zahlte für den 25 Zentimeter großen Bären mit der Nummer 5315K 12.000,– Euro – ebenfalls ein ausgesprochen gutes Ergebnis bei einem Rufpreis von 2.200,– Euro.

Hochpreisig

Viele weitere Sammlerstücke erzielten hohe vierstellige Verkaufspreise. Zum Beispiel die Nummer 1671, ein Mittelnahtbär von Steiff – gefertigt um das Jahr 1925 mit messingfarbigem Mohair. Der 60 Zentimeter große Teddy mit Hug-me-Druckstimme wurde nur intern im Steiff-Werk zur Kennzeichnung der Handmuster von neu entwickelten Produkten verwendet und kam nicht in den Handel. Der Preis: 9.300,– Euro.

Für eine Überraschung sorgte ein Steiff Mink-Zotty – ein außergewöhnlicher Dach­bodenfund aus Giengen. Nach Aussagen des ursprünglichen Besitzers stammt der Bär aus einer Probe-Serie der 1970er-Jahre. Es wurden lediglich zwei bis drei Exemplare als Handmuster gefertigt. Von der Serienfertigung des aus schwarz-braunem Kunstplüsch bestehenden, 40 Zentimeter großen ­Teddys wurde Abstand genommen, was sich durch das Steiff-Archiv belegen lässt. Der geringe Rufpreis von 180,– Euro wurde um das 46-fache über­troffen und der Bär für 8.300,– Euro verkauft.

Ebenfalls viele Interessenten gab es für einen 43 Zentimeter großen Steiff-Dickie mit der Nummer 5328.2. Der aus Mohairplüsch gefertigte Bär ist gegliedert, hat bemalte Pfoten und eine eingesetzte Schnauze aus kurzem Plüsch. Der durchweg gute Zustand sicherte dem Teddy einen Verkaufspreis von 8.100,– Euro.

Erfolgreich

Die Neuauflage der Steiff-Aktion in Giengen war für das Traditionsunternehmen wie auch die Ladenburger Spielzeugauktion ein großer Erfolg. Wie groß das Interesse der Sammlergemeinschaft an außergewöhnlichen und gut erhaltenen Stücken ist, belegen sowohl die nahezu hundertprozentige Verkaufsquote sowie diverse Zuschläge im hohen vier- beziehungsweise niedrigen fünfstelligen Bereich.

URL:
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Tobias Meints

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