TEDDYS kreativ

2017-08-11 08:00:35

Bärige Rundreise

Ausgabe 05/17

Teddy- und Puppenfestival in Neustadt und Sonneberg

Wer sich für Bären und Puppen interessiert, der kommt an der Festwoche in der traditionellen Spielzeug­region rund um Neustadt und Sonneberg nicht vorbei. Wer es irgendwie einrichten kann, der reist in den thüringisch-fränkischen Landstrich, um Manufakturen zu besuchen, Museen zu besichtigen oder auf Börsen und Antikmärkten auf Einkaufstour zu gehen. Wir haben uns ins Getümmel gestürzt und sind auf Entdeckungsreise gegangen.

Die einstige Weltspielzeugstadt Sonneberg verdankt ihren Ruf zwar nicht in erster Linie den Teddybären, aber auch Bärenfreunde kamen und kommen hier auf ihre Kosten. So hat sich das im SonneBad etablierte Teddy- und Puppenfest in den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden Szene-Treffpunkt entwickelt. Unter der Regie der Vereinigten Teddy-Bären- und Spielzeugfreunde e.V. treffen sich hier Händler, Künstler und Sammler. In den vergangenen Jahren ist das Teilnehmerfeld spürbar internationaler geworden, was sich auch an den Siegerlisten bei den German Open ablesen lässt.

Rekordbären

Wer sich für Bären interessiert und in Sonneberg zu Gast ist, der sollte auch der Manufaktur Martin Bären einen Besuch abstatten. Neben eindrucksvollen Schaustücken sowie aktuellen Kreationen locken das hoch interessante, direkt über den Verkaufsräumen gelegene Museum inklusive des laut Guinness Buch sowohl größten als auch kleinsten Teddybär der Welt die Besucher an. Hier kann man nicht nur in die spannende Firmenhistorie eintauchen, sondern ganz nebenbei die unterschiedlichsten Teddybären und Stofftiere in allen erdenklichen Farben, Formen und Größen entdecken, die Sina Martin und ihre Vorfahren in den vergangenen Jahrzehnten entworfen und produziert haben.

Gerade einmal einen kurzen Fußweg entfernt befindet sich das Ladengeschäft von haida direct. Neben einem reichhaltigen Sortiment für Puppenmacher und -sammler werden hier auch Bärenfreunde fündig. Von Mohair-Stoffen über Glasaugen und Gelenke bis hin zu einer Auswahl an antiken Sammlerbären bedeutender Hersteller bleibt kein Wunsch unerfüllt. Und wer nach den ersten Stationen seiner bärigen Rundreise einkehren möchte, der wird im benachbarten Restaurant & Cafe Kesselhaus fündig.

Shuttle-Bus

Weiter geht’s im Anschluss für einen Abstecher auf den Floh- und Sammlermarkt rund um das Rathaus im benachbarten Neustadt. Die zwar nur wenige Kilometer messende, für einen Fußmarsch jedoch ein wenig (zu) lange Strecke kann entweder per Pkw oder mit dem Shuttle-Bus absolviert werden, der während der Festwoche zwischen Sonneberg und der bayerischen Puppenstadt verkehrt. Dieses rollende Symbol der zuletzt intensivierten Kooperation der beiden Städte pendelte 2017 ganztägig zwischen den unterschiedlichsten Festivalstationen hinterher, sodass man sich die wiederholte Suche nach einem Parkplatz sparen konnte. Eine Suche, die gerade bei so hoch frequentierten Ereignissen wie dem Antikmarkt in Neustadt durchaus schwierig sein kann.

Ein wenig abseits des Festivalbetriebs und ohne Auto tatsächlich kaum zu erreichen, liegen die beiden größten Teddy-Manufakturen der Region, die die Festwoche unter anderem dazu nutzen, treue Kunden und Mitglieder der jeweiligen Sammlerclubs an den Firmensitz einzuladen. Teddy-Hermann beispielsweise veranstaltet alljährlich ein Frühlingsfest. Auch in diesem Jahr war der Wettergott Menschen und Bären in Hirschaid wohlgesonnen. Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen nutzten viele Stammgäste das Ereignis für ein Treffen unter Gleichgesinnten. Chefdesignerin Traudel Mischner-­Hermann war ebenfalls anwesend, beantwortete jede Menge Fragen rund um ihre Kreationen und auch so manche Pfote wurde signiert. Bei Weißwurst und Brez’n, Kaffee und Kuchen genossen alle Beteiligten einen tollen Tag.

Kreatives Gestalten

Ebenso gesellig und stimmungsvoll ging es etwa 60 Kilometer nördlich in ­Coburg zu. Auch bei Hermann ­Spielwaren trifft sich alljährlich zur Festwoche der Sammlerclub. Dr. Ursula und Martin ­Hermann führen zudem mit dem Festivalbären eine seit 1992 gepflegte Tradition weiter fort, die bei Sammlern nach wie vor großen Anklang findet. Darüber hinaus bietet das Unternehmen die Möglichkeit, dass Kunden sich ein individuelles Unikat nach eigenen Wünschen zusammenstellen können. Auf Basis eines Grundschnitts – im Jahr 2017 lautete das Motto „Mein Rosenkavalier“ – lassen sich Interessierte vor ihren eigenen Augen einen Bären nähen, bei dem sie vom Mohair über die Füllung bis zu den Augen und individuellen Accessoires entscheiden können, wie er aussehen soll. Dieses, auf insgesamt 50 Stück begrenzte Angebot, erfreut sich so großer Beliebtheit, dass sich viele Kunden bereits im Vorfeld anmelden, um am Ende auch tatsächlich einen ganz persönlichen Unikat-Bären aus der Fertigung von Hermann Spielwaren ihr Eigen nennen zu dürfen.

URL:
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TEXT
Jan Schnberg

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