Wie Jeannette Kasel zum Bärenmachen kam

Ur-Omas Bär

20. Oktober, 2016 - Kategorie: Teddy- und Plüschtierwelten
Wie Jeannette Kasel zum Bärenmachen kam

Es war der Teddy ihrer Urgroßmutter, der in Jeannette Kasel den Wunsch reifen ließ, auch einen solchen Plüschgesellen zu besitzen. Bis sie ihren ersten eigenen Bären fertigte, ging allerdings noch einige Zeit ins Land. Heute ist ihr Label Jekabaer über die deutschen Grenzen hinaus bekannt – dazu hat auch der Gewinn des GOLDEN GEORGE-Publikumspreises im Jahr 2015 beigetragen.

Als Kind hatte Jeannette Kasel keinen Bezug zu Teddys. Sie ging lieber mit dem Hund spazieren, spielte mit Freunden und malte bunte Blumenbilder. Der einzige Bär, zu dem sie eine Beziehung hatte, war ein antiker Bär mit Brummstimme, der im Haus ihrer Urgroßmutter stets in einem Sessel saß und nicht zum Spielen gedacht war. „Er war in einem hervorragenden Zustand“, erinnert sich die gelernte Krankenschwester, „da er nicht als Spielzeug benutzt werden durfte, sondern nur als brummender Tröster und Streicheleinheitenempfänger da war.“

Bärige Prägung

„Meine Uroma musste dann ins Altersheim“, erläutert die dreifache Mutter und vierfache Großmutter. „Der Großteil ihres Hab und Guts wurde einfach entsorgt – auch mein Liebling, dieser Teddy.“ Lange hat Jeannette Kasel nach ihm gesucht, ihn aber nie gefunden. Einige Jahre später, als ihre Söhne erwachsen waren und sie auf der Suche nach einem neuen Hobby war, entschied sich die kreative Frau, das Bärenmachen auszuprobieren. „Ich bestellte mir zwei Teddy-Bastelpackungen und legt los. Vorher hatte ich mich gründlich in das Thema eingelesen. Es sollte gut werden und das wurde es.“ Ein unbeschreiblicher Moment für die Künstlerin.

Erfolgswelle

Bei den beiden Bären aus der Bastelpackung ist es nicht geblieben. Jeannette Kasel hat sich weiterentwickelt, begann damit, Schnitte nach eigenem Design zu fertigen und spannende Charaktere zu schaffen. „Als Plüschtierdesigner liebe ich es, meine Ideen umzusetzen und staune, wenn sich die Dinge anders entwickeln, als ich es mir vorgestellt hatte“, erklärt sie schmunzelnd. Qualität ist ihr besonders wichtig. „Bei der Herstellung verwende ich vorwiegend Mohair, Alpaka oder hochwertigen Plüsch – aber ich verarbeite auch andere Werkstoffe, um meine Ideen umsetzen zu können.“

Besucht man den Stand der Künstlerin, für die der Besuch von Veranstaltungen wie der TEDDYBÄR TOTAL in Münster ein besonderes Highlight ist, fällt einem gleich auf, wie bunt es da zugeht. Jeannette Kasels Bären zeichnen sich durch eine farbenfrohe, stets gutgelaunte Optik aus. „Ich mag den strengen oder traurigen Blick nicht. Meine Kreationen sollen die Menschen zum Lachen bringen und bekommen entsprechend ulkige Name.“ Eine ­Spinne aus dem Jekabaer-Atelier hieß zum Beispiel „Spirolina Flitzebein“, ein Teddy mit riesigen Füßen „­Erwin ­Breitlatsch“.

Einen ganz besonderen Moment ihrer Karriere erlebte Jeannette Kasel auf der TEDDYBÄR TOTAL in Münster. Beim festlichen George-Dinner wurde sie für ihre Einreichung „Campen am Strand“ mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Dies war ein unvergleich­licher Augenblick für die Bärenmacherin und einer der Höhepunkte ihrer bisherigen Karriere.

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