Nadja Weiser-Brandts kreative Filz-Werkstatt

Zwerge, Trolle und Bären

20. Dezember, 2017 - Kategorie: Aktuell, Teddy- und Plüschtierwelten
Nadja Weiser-Brandts kreative Filz-Werkstatt

Schon als Kind war Nadja Weiser-Brandt sehr naturverbunden und bastelte gerne Figuren aus Eicheln und Laub. Heute ist das Kunsthandwerk Filzen ihre große Leidenschaft. In ihrem „Atelier Petit“ entstehen gutmütige Naturgeister und phantasievolle Charakterbären.

Im Jahr 2012 eröffnete Nadja Weiser-Brandt das Atelier Petit. In der kleinen, gemütlichen Werkstatt im hessischen Modautal/Brandau steht das Thema Filzen im Mittelpunkt, denn das ist Nadja Weiser-Brandts große Leidenschaft. „Ich war gerade in einer schwierigen Lebensphase und wollte mich auf das besinnen, was mir früher richtig viel Freude gemacht hat – das Basteln. Als eine Arbeitskollegin eine selbstgemachte Filztasche mitbrachte, war mein Interesse sofort geweckt. So eine Tasche wollte ich auch haben und meldete mich noch am Abend zu einem Filzkurs an. Mit der Zeit habe ich viele Weiterbildungen bei internationalen Künstlerinnen besucht und absolviere zurzeit ein dreijähriges Studium zur Textilgestalterin in der Fachrichtung Filzen.“

Bären und Zwerge

Nadja Weiser-Brandt liebt die Natur. Schon als Kind streifte sie gern durch Wälder und bastelte Figuren aus Naturmaterialen. Außerdem glaubt sie an Naturgeister und interessiert sich für skandinavische Mythologien. Während eines gemütlichen Abends mit einer Freundin entstand die Idee, solche Naturgeister zu filzen. Seitdem sind die Elfen, Zwerge und Trolle aus dem Atelier Petit nicht mehr wegzudenken. Die kleinen Erdreichbewohner werden mit Hilfe einer besonderen Filztechnik zum Leben erweckt. Die fertigen Kreationen stehen dann zur Adoption bereit oder Interessierte können solche Geschöpfe auch selbst in einem Filzkurs herstellen.

Als Nadja Weiser-Brandt beim Besuch einer Kreativmesse zu einem Gratisschnitt für einen Teddybären kam, versuchte sie diesen Bären zu nähen – was leider absolut nicht funktionieren wollte. Aber die Nähanfängerin gab nicht auf und lernte das Bärenmachen und die Schnittgestaltung unter professioneller Anleitung in Darmstadt. Auch das Teddycollege von Margarete Nedballa half ihr dabei, ihre Fertigkeiten zu erweitern. Mittlerweile ist Nadja eine erfahrene Teddydesignerin und sie verweist gern auf ihre aktuellen Charakterbären. „Am Anfang habe ich viele klassische Bären genäht, aber irgendwann entstanden durch viele Schnittentwürfe meine typischen Atelier Bären, die man unter anderem an den sehr großen Füßen und der dicken Nase erkennt. Die großen Füße verleihen ihnen gewisse Fähigkeiten, die ich aber nicht verraten kann.“

Nadja Weiser-Brandts Bären sind mit Scheibengelenken und Glasaugen ausgestattet. Die Nasen werden größtenteils gefilzt, manche Bären haben auch eine gestickte Nase. Aufwändig skulptierte Füße und Gesichter sorgen für das charakteristische Erscheinungsbild. Damit man die schönen, großen Füße hinreichend bewundern kann, sind die Bären als „Sitzbären“ konzipiert und messen sitzend zwischen 16 und 26 Zentimeter. Die Teddydesignerin näht ihre Kreationen am liebsten aus ausgefallenen, hochwertigen Webfellen. Alles was optisch aus der Reihe tanzt, ist bei ihr herzlich willkommen.

Charakterbären

Sehr oft ist die Künstlerin bereits bei der Schafschur dabei, bearbeitet die Rohwolle selbst weiter und färbt ihre Vliese von Hand. Sie freut sich über die unzähligen, kreativen Möglichkeiten, das Teddymachen mit dem Filzen zu verbinden. Sehr oft sind ihre Bären mit Filzklamotten und Filzhüten ausgestattet oder werden mit kleinen gefilzten Figuren oder anderen Filz-Accessoires in Szene gesetzt. Gern lässt sie sich dabei selbst überraschen, wie der fertige Bär aussieht und welches Eigenleben er an den Tag legt. „Ich hatte mal ein wunderschönes roséfarbenes Webfell mit grauen Spitzen. Daraus sollte eigentlich ein liebliches Bärenmädchen mit Kleid entstehen. Aber mein fertiger Bär wollte kein Mädchen sein, und schon gar nicht lieblich. So wurde aus ihr der Waldheini – ein Waldbär mit Jeanshose und aufwändig gestalteter Wurzelkappe. Meine Freundin Bianca Bauer war durch meine Figuren so inspiriert, dass sie ein Buch über viele von ihnen geschrieben hat. Es heißt „Waldheini: Mein Papa, der Waldbär“ und ist eine wundervolle Geschichte, die bei uns im Odenwald spielt und in Dialekt geschrieben ist.“

Filzkurse

Nadja Weiser-Brandt führt ihre kleine Werkstatt hauptberuflich, wobei es keine klassischen Öffnungszeiten gibt. Interessenten können sich jederzeit melden und einen Termin vereinbaren. Kurse, Reparaturen, Sonderanfertigungen, Filzexperimente oder das Entwickeln neuer Schnitte sorgen für spannende und abwechslungsreiche Arbeitstage. Zwar kann man in der Werkstatt nicht lernen, wie man Teddybären näht. Aber es stehen verschiedene Filzkurse zur Wahl, in denen man Zwerge und Trolle herstellen und viel über das Filzen lernen kann. Alle Details können auf der Website nachgelesen werden.

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