Das Familienunternehmen Hankofer

Filzporträts & mehr

2. Februar, 2018 - Kategorie: Aktuell, Teddy- und Plüschtierwelten
Das Familienunternehmen Hankofer

Petra Hankofer ist seit einigen Jahren nicht mehr nur als reine Hobbykünstlerin unterwegs – zwar ist sie zunächst nur halbtags ins Profilager gewechselt, findet den Zustand aber trotzdem ziemlich bärig.

Die EDV-Sachbearbeiterin Petra Hankofer beschäftigt sich seit zirka 15 Jahren mit dem Herstellen von Teddybären. „Seitdem ich meinen Job als Assistentin der Geschäftsleitung in Teilzeit ausübe, gehört der Nachmittag dem Nähen und Gestalten. Das Bärenmachen bereitet mir absolute, reine Freude, ich habe das damals gleich nach dem ersten selbst genähten Exemplar gespürt“, erzählt die 55-jährige Künstlerin.

Familien-Unternehmen

Ihre Werkstatt hat sie im nieder­bayrischen Straubing. Dort lebt ­Petra ­Hankofer mit ihrem Mann Joe. Schmunzelnd ergänzt sie: „Er ist natürlich mein Lieblings-‚Bär‘, denn er ist immer an meiner Seite, wenn wir mit den ­hope-bears unterwegs sind. Joe ist mein Fahrer, Berater, Manager, eben der Mann für alles. Manchmal gibt er auch Anregungen zur Ideen­findung. Zum ­Beispiel, wenn es um die Gestaltung ­eines ­Messestandes geht. Vor allem ist er stets offen und ehrlich, auch wenn ihm einmal etwas an einem fertigen Objekt nicht so gut gefällt.“ Diese konstruktive Kritik mag die Bärenmacherin sehr.

Weitere Familienmitglieder sind ebenfalls ins bärige Leben eingebunden, allen voran Petra Hankofers Mutter und der 24-jährige Sohn Tobias. „Während meine Mutter wunderschöne Accessoires fertigt und Mützchen in allen Farben, Formen und Stilarten strickt, hilft Tobias mir bei PC-Problemen weiter. Er hat Informationstechnologie studiert und obwohl er zurzeit in ­Amsterdam lebt, steht er mir mit Rat und Tat zur Seite. Zur Not schaltet er sich auch schon mal direkt auf meinen PC und bügelt aus, was ich wieder angestellt habe“, lacht die Künstlerin.

Minibären

Begonnen hat die begeisterte Bärenmacherin mit dem Nähen von Bären in klassischen Größen – von der Pike auf gelernt hat sie das im Teddycollege von Margarete Nedballa. „Später wurden die Bärchen kleiner, zuerst in den Bereich von 12 bis 15 Zentimetern, mit den Jahren habe ich mich aber bei einer Lieblingsgröße von um die 9 Zentimeter eingependelt. Noch kleiner wird es eher selten, da ich dann den offenen Mund nicht mehr so gut ausarbeiten kann“, erklärt Petra Hankofer.

Für ihre kleinen Racker verwendet sie am liebsten Long Pile-Stoffe. „Sehr gerne mag ich es, wenn die Stoffe schön dicht sind und etwas längere Haare haben.“ Für die Pfoten und das Schnautzen-Innere benutzt Petra ­Hankofer vor allem Wildlederimitat. „Dies lässt sich sehr knapp abnähen, das ist ein unschätzbarer Vorteil. Für die Füllung verwende ich Schaf- oder auch Baumwolle, je nach Lust und Laune. Manche Bärchen erhalten auch ein wenig Edelstahlgranulat, damit sie gewichtiger werden. Bei den Glasaugen kann ich ohnehin nur die kleinen Größen verwenden und diese sind hin und wieder mit Ösen, manchmal am Stab“.

Trotz der „Fuzzelei“ mit den Mini-Bärchen ist das Nähren für Petra Hankofer Entspannung pur: „Es macht mich ausgeglichen und bringt mir täglich Freude, sodass ich als sehr positiver Mensch durch dieses bärige Leben gehe. Zudem genieße ich den Kontakt mit Sammlern und anderen Bärenkünstlern. Einige meiner Kunden sind sogar richtige Freunde geworden.“

Filzporträts

Vor zwei Jahren hat Petra Hankofer ihr kreatives Spektrum um Filzporträts erweitert. „Das ist eine willkommene Abwechslung und gleichzeitig eine tolle Ergänzung zu den Bären. Manchmal kommt die Filznadel auch für oder an einem Plüschgesellen zum Einsatz. Und es gibt Tage, an denen ich ausschließlich an einem Haustierporträt arbeite, da müssen die Plüschgesellen geduldig warten.“

Für die Porträts bevorzugt die sympathische Teilzeit-Künstlerin Schafwolle und Filznadel. „Es fasziniert mich immer wieder, wie detailgetreu man damit ­arbeiten kann“, erklärt sie diese Vorliebe. Für die Zukunft hat Petra Hankofer ein Vorhaben im Visier: „Ich möchte mich spezialisieren, mit dem Ziel, zu einem späteren Zeitpunkt auch Menschen porträtieren zu können. Leider hat der Tag nur 24 Stunden und wenn ich alle Pläne und Ideen umsetzen wollte, müsste ich wohl 1.000 Jahre alt werden.“

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