Schnittmuster – Kleid im Carmen-Stil

Ausgabe 05/2019

30. August, 2019
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PUPPEN & Spielzeug
Reise der Buchstaben
Puppen-Preisführer 2011

Schnittmuster – Herbst-Outfit

Ausgabe 05/2019

30. August, 2019
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Puppen-Preisführer 2011

Ausgabe 05/19

30. August, 2019
Ausgabe 05/19


06 Synthese von Kunsttrends: Künstlerpuppen von Marina Zimina
34 Besuch bei Berni Stenek: Puppenkunst als Form und Ausdruck
42 Talking Barbie-Dolls: Revolution und Fortschritt
50 Glasaugen für die Puppe: Der Thüringer Wald und die Puppenindustrie
74 Antike Reproduktionen von Rosemarie Nuhi: Streben nach Perfektion
78 Von der Form bis zum Bausatz: Petra Seiffert im Porträt


14 Schönheit aus Hannover: Die Frisur sitzt
18 Jackie Coogan: Von der Leinwand ins Kinderzimmer
24 Überlebenskünstler: Die Wandlungen des Deutschen Kindes
28 „Potsdamer Soldaten“ von Käthe Kruse: Der unbekannte Soldat am Feuer


62 Fein für den Herbst: Puppe Jule hat ein neues Outfit
66 Malanleitung für Max und Moritz: Deutsche Charakterpuppen
68 Flamenco-Fieber: Schulterfreies Kleid im Carmen-Stil


38 Puppenjunge mit Geschichte: Sensationelles Ergebnis im Kunst-Auktionshaus Wendl
41 Termine für Puppenfreunde
48 Martinsfest der Puppen: Vorweihnachtliches Sammlertreffen
55 Gewinnspiel: Daina von der CMT Puppengalerie
56 Aktuelles und Wissenswertes aus der Puppenwelt
72 25. Puppen-Festtage in Eschwege: Puppen- und Teddytreffen mit Tradition


03 Editorial
10 PUPPEN & Spielzeug-Markt
46 PUPPEN & Spielzeug-Shop
49 Fachhändler
60 Kleinanzeigen
82 Vorschau

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Puppen-Preisführer 2011

Für Sonnenhungrige und Urlauber

alino-Sommerauktion

22. Juli, 2019
Für Sonnenhungrige und Urlauber

Bei dieser besonders umfangreichen Auktion kommen Raritäten aus ungewöhnlichen Sammlungen von 1900 bis gestern unter den Hammer. Dazu gehören unter anderem 200 verschiedene Typen Käthe Kruse-Puppen sowie eine feine Privatsammlung antiker Porzellankopfpuppen. Alle Annette Himstedt-Puppensammler finden bei dieser Auktion eine Auswahl an über 60 Modellen, alle im Originalkarton mit Zertifikat. Diese wurden über Jahrzehnte liebevoll von einer Sammlerin gehütet und suchen jetzt ein neues Zuhause.

Kleine Zeitreise

Auktionatorin Carina Roos-Person erzählt: „Wir haben in dieser Auktion wieder ein paar wahre Schätze dabei. Eine kleine Zeitreise können Sammler durch die Steiff-, Bären-, Puppen und Barbiewelt starten.“ Am Freitag, 16. August haben Interessierte ab 8.30 Uhr die Möglichkeit, sich die Stücke in aller Ruhe anzuschauen. Die Auktion beginnt um 10 Uhr. Am Samstag startet die Vorbesichtigung um 8 Uhr, die Auktion um 9.30 Uhr. Der genaue Zeitplan und das bebilderte Auktions-Angebot sind im Internet zu finden.

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Puppen-Preisführer 2011

Sonntagsbabys in festlicher Kleidung

Jonas und Johanna

17. Juli, 2019
Sonntagsbabys in festlicher Kleidung

Vor Arbeitsbeginn ist es wichtig, den Hals- und Bauchumfang zu messen und den Kleiderschnitt den Maßen der Puppe anzupassen. Das Schnittmuster auf den folgenden Seiten auf Papier oder Pappe kopieren und ausschneiden. Nun die einzelnen Komponenten auf den Stoff legen und mit einem geeigneten Stift die Konturen nachzeichnen. Unter der Beachtung einer Nahtzugabe von 0,5 Zentimetern alle benötigten Teile mit einer kleinen, spitzen Schere ausschneiden. Aus dem restlichen Stoff ein zirka 20 Zentimeter langes und 1,5 Zentimeter breites Schrägband schneiden.

Bluse

Die Schulternähte sind zu schließen und zu versäubern. Die Ärmel leicht reihen und in das Armloch nähen. Diese ebenfalls versäubern. Anschließend den Ärmelsaum versäubern und zirka 2 Zentimeter hoch nähen. Das Gummiband je nach Umfang des Arms abschneiden durch den so entstandenen Tunnel ziehen und an den Außenkanten fixieren. Die Ärmelnähte und Seitennähte schließen und versäubern.

Jetzt den Halsausschnitt mit dem restlichen Schrägband einfassen. Die offene Rückennähte versäubern und zirka 1,5 Zentimeter nach links (innen) nähen. Im Anschluss den Saum der Bluse versäubern und 2 Zentimeter hoch nähen. Die Spitze an den Außenkanten einschlagen und annähen, reihen und um den Halsausschnitt der Bluse nähen. Zum Schluss an der rückwärtigen Kante vier Knopflöcher nähen und gegengleich die Knöpfe annähen.

Hose

Die hinteren und vorderen Hosenteile zusammennähen und die Naht versäubern. Bei dem rückwertigen Hosenteil den Bund versäubern und nach Schnitttanleitung umnähen. Durch den so entstandenen Tunnel ein zirka 12 bis 14 Zentimeter langes Gummiband ziehen. Das Gummiband an den Enden fest nähen. Ebenfalls die vorderen Hosenteile zusammennähen und versäubern. Am Bund zwei zirka 1 Zentimeter tiefe Kellerfalten legen. Das Vorderteil etwas reihen und den Bundstreifen mit dem vorderen Hosenteil rechts auf rechts legen. Den Bundstreifen längs nach hinten umschlagen und fest nähen.

Nun den Latz und auch die Träger rechts auf rechts legen, die Außenkanten knapp absteppen, die Naht etwas einzwicken und anschließend wenden. Den Latz unten versäubern und mittig an den vorderen Hosenbund nähen. Die Träger ebenfalls mittig an das hintere Hosenteil annähen. Jetzt die Seitennähte schließen und versäubern. Den Hosensaum versäubern und zirka 1 Zentimeter hoch nähen. Durch den so entstandene Tunnel ein auf die Beindicke abgemessenes Gummiband ziehen. Die innere Beinnaht schließen und versäubern. An den Latz zwei Knopflöcher nähen und an den Trägern die beiden Knöpfe annähen.

Stirnband

Einen 3 Zentimeter breiten und 35 Zentimeter langen Streifen aus dem Damaststoff zuschneiden. Diesen mittig falten und die Außenkanten schließen und wenden. An den Außenkanten noch Spitze annähen. Durch den Tunnel ein auf den Kopfumfang angepasstes Gummiband ziehen. Die Enden zusammennähen. Mit einem Rest Satinband ein Schleifchen falten und fest nähen.

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Puppen-Preisführer 2011

Unterschätzt und doch geliebt

Die Lumpenpuppe

12. Juli, 2019
Unterschätzt und doch geliebt

Als Sammler von antiken Porzellankopfpuppen stellt man sich immer die Frage: „Wie haben die kleinen Kinder damals mit diesen Puppen gespielt?“ Seit Beginn der 1980er-Jahre tauchte das Sammelgebiet „Antike Porzellanpuppe“ in Europa und Nordamerika auf. Vorwiegend Frauen sammelten feine Porzellankopfpuppen mit mehrfach gegliederten, fragilen Holzgliedergelenkkörpern und aufwändiger, meist damenhafter Bekleidung. Diese Puppen haben häufig sogar eine Größe um die 70 Zentimeter. Sie waren also fast so groß wie die spielenden Kinder selbst.

Wohlstandsymbol

Als ich in dieser Zeit zum Puppensammler wurde, gab es tatsächlich noch die Möglichkeit, die Kinder zu befragen, die mit diesen Puppen gespielt hatten. Die mittlerweile älteren Damen hatten selbst ein hohes Alter erreicht und erzählten nur zu gern von den Erlebnissen in ihrer Kindheit. Tatsächlich war es nämlich so: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Puppe mit einem Biskuitporzellankurbelkopf zu einem begehrten Spielobjekt. Wie alles hochwertig produzierte Spielzeug hatten diese natürlich auch ihren Preis. In der aufkommenden, bürgerlichen Gesellschaft gab es nicht so viele Möglichkeiten wie heute, seinen Wohlstand nach außen hin sichtbar zur Schau zu stellen. Und so wurde es Gang und Gäbe, dass im bürgerlichen Salon oder im „Damenzimmer“ eine Puppenecke eingerichtet wurde. Hier wurden die Puppen der eigenen Töchter zur Schau gestellt.

Doch so richtig spielen konnten sie mit diesen Objekten nicht. Jeder Puppensammler weiß, wie achtsam mit diesen Geschöpfen umgegangen werden muss und kann sich deshalb vorstellen, wie schwierig es für die kleinen, noch ungelenken Kinderhände war, mit den zerbrechlichen Schönheiten zu hantieren. Meistens durften die kleinen Mädchen nur mit Hilfe älterer Geschwister, dem Kindermädchen, mit der Gouvernante oder in Ausnahmefällen der Mutter an diese Puppen Hand anlegen. Übrigens weisen diese Puppen meist deswegen so wenig natürliche, um nicht zu sagen unansehnliche Körper auf, weil die Puppenkinder nie gänzlich entkleidet wurden. Nur die Überbekleidung wurde ausgetauscht und die meist reichhaltige Unterwäsche der Puppe angelassen. Denn Nacktheit in jeder Form war ja noch verpönt. Auf den ersten Fotografien sieht man häufig kleine Mädchen mit einem Puppenwagen und einer großen Porzellankopfpuppe darin, die beim Sonntagsspaziergang aufgenommen wurde. Hier wurde der Wohlstand der Familie durch das teuer bekleidete Mädchen aber auch mit dem Puppenwagen und der darin befindlichen Luxuspuppe dargestellt.

Kuschelige Werfpuppe

Aber womit spielten die Kinder wirklich? Hatten sie gar kein richtiges Spielzeug? Die schnelle Erfolgsgeschichte des Teddybären und anderer, unzerbrechlicher Plüschtiere bringen uns auf die richtige Spur. Richtig gekuschelt, lieb gehalten und mit ins Bett genommen wurde die sogenannte Werfpuppe. Diese war unzerbrechlich, relativ weich und preiswert. Der Körper bestand zumeist aus Stoff, der Kopf aus gedrückter Pappe. Für diese Puppen wurde häufig auch keine extra angefertigte Kleidung benötigt, da der Stoffkörper keinen unbekleideten Menschen abbildete, sondern aus buntem Stoff gefertigt selbst die dauerhafte Bekleidung darstellte.

Diese einfachen Puppenkinder konnte ein Mädchen überall mit hinnehmen und sie waren so gut wie unzerbrechlich und durften dann auch im Kinderzimmer verbleiben, denn diese „billige“ Ware wurde nicht in der Welt der Erwachsenen zur Schau gestellt. So hergestellte Puppen konnten Kinder unbedenklich fallen lassen oder werfen, ohne dass sie beschädigt wurden. Deshalb erhielten sie den Namen „Werfpuppen“. Doch wer hat diese Puppen hergestellt und wo wurden sie produziert?

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Faktor Lohn für Fabrikanten in einer Kalkulation der kleinste Betrag. In vielen infrastrukturschwachen Gegenden Süd- und Mitteldeutschlands mit ihren kleinen landwirtschaftlichen Betrieben wurden in den Wohnstuben zusätzlich zur täglichen Arbeit viele Dinge in Heimarbeit gefertigt. So auch Puppen und anderes Spielzeug. Für die hier beschriebenen Werfpuppen war das Material wie der bunte Stoff und der gedrückte Pappkopf ein Vielfaches teurer als der Lohn, der für die Herstellung der gesamten Puppe entrichtet werden musste. Solche preiswerten Werfpuppen wurden in hohen Stückzahlen hergestellt und mussten knapp kalkuliert werden, da sie „Groschenspielzeug“ waren. Denn im Gegensatz zu den Porzellankopfpuppen, die mehrere Reichsmark kosteten, musste man für eine solche einfach produzierte Werfpuppe nur wenige Groschen ausgeben.

Bunt und geliebt

Die für Werfpuppen genutzten Stoffe waren zumeist bunt, aber immer von billigster Qualität. Gefüllt wurden die auf Grundlage eines einfachen Zuschnitts gefertigten Körper mit Holzwolle, Seegras oder Putzwolle – zerrissene Alttextilien. Die Köpfe waren fest angenäht, entweder als Maskenkopf mit einem Hinterkopf aus Stoff oder einem Brustblattkopf, der unbeweglich fest eingenäht wurde. Eher selten findet man Einbinde- oder Ringhalsköpfe aus gedrückter Pappe, die dann drehbar waren. Sie waren meist einfach bemalt, die Augen sogar häufig durch Abziehbilder dargestellt. Um eine bunte Vielfalt zu erreichen, wurden seriell gefertigte Puppen in vielen Trachten, Uniformen und anderen Bekleidungen hergestellt. Später wurden dann auch abwaschbare Stoffe wie „Sky“, ein Wachstuch, für die Herstellung der Puppenkörper verwendet. Dies sollte es auch Babys ermöglichen, mit einer Puppe zu spielen und an ihr herum zu beißen.

Aber insgesamt muss man die Produktion dieser Puppen als nicht sehr haltbar bezeichnen. Meist waren sie flüchtig zusammengenäht, die Stoffe wie beschrieben nicht von hoher Qualität und so hielten die Werfpuppen einer starken Beanspruchung durch heftiges Kinderspiel doch nicht stand. Dies ist wahrscheinlich der Grund, warum von den zigtausenden Werfpuppen letztendlich doch so wenige Exemplare erhalten geblieben sind. Auch liegt es sicherlich daran, dass wir Puppensammler die „Schönen aus Porzellan“ immer viel höher bewertet haben als die kleinen, oft etwas schmuddeligen Püppchen, die aber doch eigentlich viel mehr geliebt wurden.

Tauschhandel

Eine Sammlerin vom Niederrhein erzählte mir noch eine weitere Geschichte zu dieser besonderen Art Puppen: Im rheinischen Raum werden sie nämlich Lumpenpuppen genannt. Ich dachte zuerst, dass sich der Begriff „Lumpen“ auf die mangelnde Qualität der verwendeten Stoffe oder die Körperfüllung bezog. Oder aber auf von Müttern selbst hergestellte Puppen aus Lumpen, denn in Handarbeitsgeschäften wurden die einfachen bemalten Pappköpfe einzeln angeboten. Zusätzlich wurden Schnittmuster verkauft, um den entsprechenden Stoffkörper selbst zu nähen.

Aber die Geschichte ist ganz anders. Bis in die 1950er-Jahre gab es fast überall den Lumpenhändler. Ein fahrender Händler mit Pferdekarren oder später Klein-Lkw machte mit einer lauten Glocke auf sich aufmerksam und rief „Lumpen, Altpapier, Schrott“. Er sammelte die Dinge, die wir heute fein säuberlich im Müll trennen und dem Recycling zuführen. Man konnte ihm in der damaligen Zeit sein Altpapier und nicht mehr verwendbare Textilien für wenige Pfennige aushändigen. Außen am Wagen befestigt war eine große Auswahl bunter Werfpuppen. Die auf der Straße spielenden Kinder bewunderten diese Puppenkinder und wollten selbst eine haben. Von dem verlockenden Angebot animiert, rannten sie schnell nach Hause und suchten in allen Ecken, was sie dem Händler bringen konnten. Für ihre Ausbeute erhielten sie dann ein begehrtes Püppchen. Ein wahre „Lumpenpuppe“.

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Puppen-Preisführer 2011

Ausgabe 04/19

5. Juli, 2019
Ausgabe 04/19


06 Kunststücke: Charakterfiguren voller Lebendigkeit
34 Bildergeschichte: Sturz mit fatalen Folgen
36 Flower Power und Mod-Ära: Neue Körper für die Barbie
52 100 Repro-Puppen: Margot Kraiting im Porträt
56 Quedlinburger Kunst: Iris Klement im Porträt
62 Transformation: Renate Müller und die Rupfentiere
78 Niederländische Kreativität: Ein Porträt über Francisca Markus


14 Humpty Dumpty: Kleiner Zirkus ganz groß
18 Variationen des Deutschen Kindes: Aus der Reihe getanzt
24 Die Lumpenpuppe: Unterschätzt und doch geliebt
28 Petit & Dumoutier: Die schönen Unbekannten


32 Malanleitung: Petit & Dumoutier
40 Sonntagsbabys: Schnittanleitung für Jonas und Johanna


44 Aktuelles und Wissenswertes aus der Puppenwelt
48 alino-Sommerauktion: Puppen unter dem Hammer
49 Termine für Puppenfreunde
50 Puppen mit Handicap #ToyLikeMe
55 Gewinnspiel: Schummelchen Karen von Käthe Kruse
68 Puppenfestival in Neustadt und Sonneberg: Eindrücke und Ergebnisse
76 Puppenstadtweg: Auf den Spuren der Puppenindustrie


03 Editorial
10 PUPPEN & Spielzeug-Markt
60 Kleinanzeigen
66 PUPPEN & Spielzeug-Shop
75 Fachhändler
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Außergewöhnliche Sammlung von Margot Kraiting

100 Repro-Puppen

5. Juli, 2019
Außergewöhnliche Sammlung von Margot Kraiting

„Dabei stelle ich die Kleidung ausschließlich aus alten Materialien her“, so Margot Kraiting. Dazu besuchte sie Trödelmärkte in Deutschland, London und Paris. „Dort fand ich viele alte Materialien und Accessoires, die die Puppen so echt aussehen lassen.“ Kreativität schöpft sie dabei immer wieder aus ihrem reichen Fundus an alten Materialien. „Dabei habe ich immer eine bestimmte Vorstellung, was ich mit dem Kleid ausdrücken möchte.“ Und auch sonst macht die Künstlerin alles an ihren Puppen selbst: Vom Gießen, Brennen über das Malen und Einkleiden. So sind mittlerweile nicht nur 100 Repro-Puppen, sondern auch 100 verschiedene Kleider, Hüte, Schuhe und Strümpfe sowie Unterwäsche entstanden. „Damit meine Ladys eine schmale Taille aufweisen, stelle ich alle Lederkörper und den passenden Ständer dazu selbst her.“

Anspruch an sich selbst

Das wichtigste für Margot Kraiting: Authentizität und Qualität. „Das ist mein hoher Anspruch an mich selbst. Um die Authentizität zu erreichen, nehme ich Malanleitungen und gute Abbildungen aus meiner umfangreichen Literatur zur Hilfe.“ In den ersten Jahren ihres Schaffens stellte die Puppenkünstlerin die typischen Werke mit kindlichem Aussehen her. „Ich wollte mich aber weiter entwickeln. Da ich mich sehr für historische Kleidung interessiere, lag es nahe, mir Gipsformen mit einem damenhaften Gesichtsausdruck anzuschaffen.“ Und so legte Margot Kraiting sich beispielsweise die Formen S&H 1159 und Bru-Fashion zu. Eingekleidet werden die erwachseneren Puppen dann nach Abbildungen aus Kostümbüchern und dann exakt nach vorhandenen, authentischen Schnittmustern genäht.“ Diese Liebe fürs Detail ist unübersehbar, wenn man sich die Puppen von Margot Kraiting ansieht. Die aufwändig gestaltete Kleidung lässt die Repro-Puppen in einem besonderen Glanz erstrahlen.

Angefangen hat die Leidenschaft der Puppenliebhaberin für diese zauberhaften Wesen bereits in der Kindheit. „Alle Arten von Handarbeiten waren schon damals meine Leidenschaft.“ Doch für sie gab es keine Entfaltungsmöglichkeiten, weswegen sie zunächst in den „nüchternen Beruf als Steuerberaterin gerutscht“ ist. 1984 war es dann doch endlich soweit: Im Westerwald bei der Puppenmacherin Diethild-Marei Seyd, die seinerzeit eine Vertreterin der Firma Wanke war, fertigte Margot Kraiting ihre erste Puppen an. „Sie hieß Hilda. Seitdem hat mich der Puppenvirus nicht mehr losgelassen und in mir wieder alle kreativen Sinne geweckt.“ Doch auch weitere Kurse besuchte die Puppenkünstlerin bei Karin Buttigieg in Hamburg. Doch damit nicht genug mit der Weiterbildung: „Auch alle Gildebriefe habe ich studiert“, berichtet Margot Kraiting.

Vielseitigkeit und Nostalgie

Dabei fasziniert sie nach all den Jahren immer noch, welche vielseitigen Fertigkeiten ihr abverlangt werden: „Vom Friseur bis zum Schuster, man ist alles in einem“, so Margot Kraiting. Und das Abtauchen in alte Zeiten – das bereitet der Künstlerin besonders viel Freude. Die Herstellung der Puppen ist nur ihr privates Hobby: „Ich habe keinerlei wirtschaftliche Interessen. Nach so vielen Jahren ‚im stillen Kämmerlein‘ möchte ich auch anderen mal meine schönen Kreationen zeigen.“ Und die Betrachter dazu anregen, sich auch diesem schönen Hobby zu widmen.

Doch dass dieses auch seine Zeit in Anspruch nimmt, weiß Margot Kraiting auch. „Ich stecke viel Zeit in meine Puppen, seitdem ich nicht mehr berufstätig bin. Wenn ich die vielen Arbeitsschritte überdenke, wundere ich mich selbst, dass es so viele Puppen geworden sind.“ Und auch in Zukunft möchte die Künstlerin an weiteren Puppen arbeiten – mittlerweile ist sogar die 101 Puppe fertig. Eine Lieblingspuppe hat sie dabei nicht. Gefallen tun ihr aber besonders die, die sie für gut gelungen hält – der künstlerische Anspruch an sich selbst ist ihr stets erhalten geblieben.

Margot Kraiting möchte ihre Sammlung an Repro-Puppen nun allerdings gerne in vertrauensvolle Hände abgeben und ein neues Zuhause für sie finden. Deswegen ist sie auf der Suche nach einem Museum oder einer anderen Institution, die ihre Sammlung, einschließlich passender Antiquitäten, kostenlos übernehmen möchte. Interessenten können sich per E-Mail unter margot-kraiting@t-online.de melden. Dann hätten auch andere Puppenliebhaber die Möglichkeit, diese wundervollen Werke zu betrachten.

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Puppen-Preisführer 2011

Schick und keck zum Biergarten

Fesches Madl

28. Mai, 2019
Schick und keck zum Biergarten

Diese Schnittanleitung ist für ein Dirndl für eine etwa 65 Zentimeter große Puppe. Vor Arbeitsbeginn ist es wichtig, den Hals- und Bauchumfang zu messen und den Kleiderschnitt nach den Maßen der Puppe auszurichten. Das Schnittmuster auf den folgenden Seiten auf Papier oder Pappe kopieren und ausschneiden. Wer die Teile häufiger verwenden möchte, kann diese auch einlaminieren. Nun die einzelnen Komponenten auf den Stoff legen und mit einem geeigneten Stift die Konturen nachzeichnen. Unter Beachtung einer Nahtzugabe von zirka 0,5 Zentimeter alle benötigten Teile mit einer kleinen, spitzen Schere ausschneiden.

Bluse

Die Schulternähte sind zu schließen und zu versäubern. Die Ärmel leicht reihen und in das Armloch nähen. Diese ebenfalls versäubern. Anschließend den Ärmelsaum versäubern und zirka 2 Zentimeter hoch nähen. Die schmälere Spitze an den Kanten annähen. Das Schrägband nach den Richtlinien auf dem Schnittmuster auf der linken Seite des Ärmels annähen. Nun das Gummiband je nach Umfang des Arms abschneiden, durch den so entstandenen Tunnel ziehen und an den Außenkanten fixieren. Die Ärmelnähte und Seitennähte schließen und versäubern. Jetzt den Halsausschnitt mit dem restlichen Schrägband einfassen. Die offenen Rückennähte versäubern und zirka 1,5 Zentimeter nach links (innen) nähen.

Im Anschluss den Saum der Bluse versäubern und 2 Zentimeter hoch nähen. Die breitere Spitze an den Außenkanten einschlagen und abnähen, reihen und um den Halsausschnitt der Bluse nähen. Zum Schluss an der rückwärtigen Kante vier Knopflöcher nähen und gegengleich die Knöpfe annähen.

Kleiderrock

Die Schulternähte des Kleiderstoffs sowie des Besatzstoffs schließen. Die Teile rechts auf recht legen. Die hintere Rückennaht rund um den Halsausschnitt knapp umnähen, die Außenkante einzwicken und dann wenden. Aus dem Baumwollstoff ein zirka 2 Zentimeter breites Schrägband schneiden. Im Anschluss die Armlöcher mit dem Schrägband einfassen. Die Seitennähte des so entstandenen Oberteils nun schließen. Die Seiten der Rockbahn versäubern und 1 Zentimeter nach links (innen) legen und so liegend den Rock reihen. Jetzt den Rock an das Oberteil nähen und die Naht versäubern. Die hintere Naht des Rocks bis zu zweidrittel schließen. Den Rocksaum versäubern und je nach Wunsch hoch nähen. Zum Schluss am Rückteil drei Knopflöcher nähen und gegengleich die Knöpfe annähen.

Schürze

Für die Schürze ein Quadrat in 30 x 40 Zentimeter zuschneiden. Links und rechts die Ränder versäubern und umnähen. Die Oberkante reihen. Für den Schürzensaum einen Streifen 20 Zentimeter lang und 8 Zentimeter breit zuschneiden. Diesen mit dem Fixierstoff verstärken. Rechts und links die Kanten nach hinten bügeln. Die gereihte Schürze rechts auf rechts auf den langen Bundstreifen legen und fest nähen, diesen Streifen längs in der Mitte falten und nach hinten schlagen, fest nähen. Für die Bänder der Schürze zwei Streifen 45 x 9 Zentimeter schneiden. Diese Streifen rechts auf rechts legen, die Außenkanten absteppen, wenden und an den äußeren Enden des Schürzenbundes fest nähen. Den Schürzensaum versäubern und je nach Wunsch die Schürze hoch nähen.

Hose

Die hintere und vordere Hosennaht schließen und die Naht versäubern. Die Beinnähte ebenfalls versäubern und 1 Zentimeter hoch nähen. Nun die Klöppelspitze annähen. Das Schrägband nach den Vorgaben des Schnittmusters annähen. Das Gummiband je nach der Dicke der Wade abschneiden und durch die Tunnel ziehen. Anschließend an den Enden festnähen. Die Beinnaht schließen und versäubern. Den Hosenbund versäubern und gut 2 Zentimeter nach innen nähen. Dabei einen kleinen Schlitz lassen. Das Gummiband nach der Dicke der Bauchs abschneiden und einziehen, zusammennähen und den Schlitz schließen. Zum Schluss aus dem Satinband zwei Schleifen falten und am unteren Rand der Hose annähen.

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Einzigartige Puppenmesse in Georgien

Vielfalt in Tiflis

27. Mai, 2019
Einzigartige Puppenmesse in Georgien

Das Museum für moderne Kunst liegt mitten im Zentrum der georgischen Hauptstadt Tiflis. Hier drängten sich zur offiziellen Eröffnungen bemerkenswert viele Menschen, um einen Einblick in die Welt der Puppen zu erhaschen. Auch ­Mikheil Giorgadze, Kulturminister des ­Landes, ließ es sich nicht nehmen, die Gäste zu begrüßen. Sein Ministerium hat die Veranstaltung stark unterstützt, um diesen Zweig der Landeskultur zu fördern.

Große Vielfalt

Im Hauptsaal des Museums war vor allem zeitgenössische Puppenkunst von namhaften Künstlerinnen und Künstlern aus Georgien, Russland, Lettland oder Tschechien zu sehen. Die Auswahl reichte von hochwertigen Ball Jointed Dolls aus Porzellan über klassische Kinderpuppen bis hin zu sehr modernen Interpretationen. Genau diese Vielfalt begeisterte die Anwesenden und reizte in den folgenden Tagen zum Kauf der Schaustücke.

In einer zweiten Veranstaltungshalle unweit des Museums gab es ein gesondertes Forum ausschließlich für georgische Künstlerinnen und Künstler. Sie machten deutlich, was für eine vitale und interessante Szene in den zurückliegenden Jahren in dem Land entstanden ist. Auch hier gab es eine große Spannweite von traditionellen Puppen, die die Kulturgeschichte des Landes repräsentieren, bis hin zu ausdrucksstarken Arbeiten, die manchmal nur noch entfernt an Puppen erinnern.

Mit starker Medienpräsenz an beiden Veranstaltungsorten hat Organisatorin Julia Sorokina ihr Ziel erreicht – den Kunstschaffenden ein Forum zu bieten und die Puppenkunst in Georgien bekannter zu machen. Und nebenbei machte sie auch ihr Land bekannter. Die aus dem Ausland angereisten Gäste waren zu interessanten Exkursionen eingeladen, in deren Rahmen sich vielen die Schönheit, der kulturelle Reichtum und die fantastische Küche des Landes offenbarten.

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