Die außergewöhnlichen Novelty Post Cards

Komische Karten

13. Oktober, 2016 - Kategorie: Antik & Auktion
Die außergewöhnlichen Novelty Post Cards

Anfang des 20. Jahrhunderts waren Postkarten groß in Mode. Auch solche mit Bären- und ­Teddymotiven. Um bei der Vielzahl ­unterschiedlicher Designs konkurrenzfähig zu bleiben, waren ­immer ­kreativere Ideen gefragt. So entstanden die „Novelty Post Cards“, die sich durch Fell-Applikationen oder eine ­ungewöhnliche ­Materialwahl auszeichneten.

Das große allgemeine Verlangen nach immer neuen Postkarten und die wachsende Konkurrenz ihrer Hersteller ließ immer mehr kreative Ideen für neue Karten entstehen. Sogenannte „Novelty Post Cards“ ­kamen auf den Markt. Es wurden Stückchen aus Fell und Stoffen aller Art aufmontiert, man stanzte die Karten in Umrissformen aus, fügte Ornamente, Glitter oder bewegliche Augen hinzu oder druckte die ganze Karte auf neue Materialien wie Stoff, Blech oder ­Leder.

Vielseitiges Leder

Die Leder-Postkarten wurden in der Regel aus Hirschleder gefertigt, in das die Umrisse mit einer heißen Spitze eingearbeitet wurden. Der Prozess ­wurde Brandmalerei genannt und war bei jungen Frauen der Mittelschicht eine beliebte Kunstform. Man sammelte die Lederpostkarten und nähte sie ­zusammen, um zum Beispiel Kissen daraus herzustellen. Dafür wurden einige Postkarten mit vorgestanzten Löchern entlang ihrer Kanten produziert. Im Jahr 1909 wurden die Leder-Postkarten von der Post verboten, da die neu entstandenen Sortiermaschinen sie nicht verarbeiten konnten.

Andere Karten hatten die Form von Kofferanhängern oder auch ein flaches Ledersäckchen als Geldbörse mit Schließe, das mit Adresse versehen und Briefmarke beklebt als Postkarte auf die Reise gehen konnte. Mehrere Hersteller stanzten Löcher in die Karten, damit ein oder mehrere Finger als dreidimensionale Ergänzung zum Motiv hindurchgesteckt werden konnten. Oder das Loch hatte die Form einer Nase, und die Karte diente als Maske. „Hold-to-Light“ (Gegen-das-Licht-Halten) hießen kompliziert perforierte Karten, deren Löcher mit dünnerem Papier versehen waren und deren Aufdrucke erst sichtbar wurden, wenn sie gegen helles Licht gehalten wurden.

Puzzle und Mechanik

Andere Karten waren vielfach ­perforiert und konnten an diesen Linien – nach dem eigentlichen Beschreiben – auseinandergerissen werden. Die Empfänger bekamen die Schnipsel im Briefumschlag und mussten zum Entschlüsseln der Botschaft erst einmal das Motiv oder den Text zusammenpuzzeln. Für Kinder gab es Ausschneidepuppen oder kleine Bastelsets für Hampelmänner und Schaukelfiguren.

Highlights waren mechanische Karten. Bei diesen wurden der ausgeschnittene Kopf sowie die Gliedmaßen eines Teddybären mit Klammern oder leichten Hohlnieten am Körper befestigt, der auf die Karte gedruckt war. Auf diese Weise konnte sich der Bär richtig bewegen. Bei anderen Karten war ein Loch an der Stelle des Teddybärkopfes in die Karte eingelassen. Dahinter befand sich eine drehbare Scheibe mit mehreren Kopfbildern. Der Teddy konnte so sowohl ernst dreinblicken, lachen, weinen und nach rechts oder links schauen. Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.

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