Tröster & Therapeuten

Die Teddys und Hunde der Dufeus

28. März, 2012 - Kategorie: Aktuell, Teddy- und Plüschtierwelten
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Das Ehepaar Eva und Günter Dufeu teilt eine gemeinsame Leidenschaft. Beide sind große Fans von Teddys und den besten Freunden des Menschen. Folgerichtig entstehen in ihrem Atelier unter dem bekannten Label Dufeu-Bear klassische Petze und mit aufwändiger Airbrush-Technik lebensecht gestaltete Stoffhunde.

Der im vergangenen Jahr verstorbene Vicco von ­Bülow, alias ­Loriot, machte aus seiner Vorliebe für eine ganz bestimmte Hunderasse keinen Hehl. „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“, schrieb der Großmeister des feinsinnigen Humors einmal. Eine These, der Eva und Günter Dufeu vermutlich zustimmen würden. Denn das kreative Ehepaar lebt nicht nur gemeinsam mit dem geliebten Mops Moritz zusammen, sie haben ihm sogar ein plüschiges Denkmal gesetzt. Und damit nicht genug: unter dem Label Dufeu-Bear entstehen neben klassischen Bären auch naturgetreu gestaltete Hundefiguren verschiedener Rassen.

Falte für Falte

„Eigentlich machen wir jeden Vierbeiner, wenn man uns als Vorlage ein Foto vom Profil und Semiprofil schickt“, erzählt Günter Dufeu. Und obwohl sie mit ihrem treuen ­Begleiter Moritz ein lebendes Vorbild im Haus haben, gibt es eine künstlerische Arbeit, die das kreative Ehepaar immer wieder aufs Neue fasziniert. „Ein Mopsgesicht“, erklärt der Chef der Dufeu-Bears, „ist eine große Herausforderung, muss seine tieftraurige Ausstrahlung doch Falte für Falte aufgebaut werden.“

Das Rüstzeug für ihre gemeinsame Leidenschaft hat sich das Paar auf ganz unterschiedlichen Wegen erworben. Eva Dufeus Liebe zu Teddys wurde ihr – in Form eines Steiff-Tiers – direkt nach der Geburt von den stolzen Eltern wortwörtlich in die Wiege gelegt. Zum Nähen und Entwerfen eigener Petze brachte sie dann ihre Großmutter – eine begnadete Bildhauerin. Die Oma, Jahrgang 1901, erzählte der kleinen Eva stundenlang von den Teddybären ihrer eigenen Kindheit, von denen jedoch keiner den Ersten Weltkrieg überstand. Zusammen machten sich die beiden daran, die verlorengegangenen Begleiter an einer betagten Pfaff-Nähmaschine aus Stoffresten wieder auferstehen zu lassen. „Diese zeichneten sich durch lange schlaksige Arme, eine schmale Schnauze und einen Buckel aus“, erinnert sich die Künstlerin gerne an ihre Kindheit zurück. Noch heute weisen die Dufeu-Bären dieselben charakteristischen Erscheinungsmerkmale wie damals auf. Sie blicken aus wachen Glasaugen und beschnuppern mit ausgeprägt langer Nase voll neugieriger Entdeckerfreude die Welt um sich herum. Mit ihren überlangen, flexibel gestopften Armen – die Ellenbogen sind ganz locker gestopft – sind die Teddys geborene Schmusebären.

Günter Dufeu, er hat Germanistik und Kunst mit Schwerpunkt Malerei und Bildhauerei studiert, kam erst als ­Erwachsener auf Hund und Teddy. Bevor er sich dem Bärenmachen verschrieb, war er in der Werbebranche tätig und verfügt aus dieser Zeit immer noch über hervorragende internationale Kontakte. „Wir haben viele Fans in England und Amerika“, freut sich das Paar, das auch im Ausland seine Kunst präsentiert. So stellten sie beispielsweise im September 2011 auf dem ­Hugglets Teddy Bear Festival in London ihre originellen ­Petze vor. „­Kensington Town Hall hat ein einzigartiges Flair und ist eine wunderschöne Bühne für die Kunstwerke aus aller Welt.“

Aus einem Guss

Der Stoff, aus dem die Dufeuschen Teddyträume sind, ist qualitativ hochwertiges Mohair. Gezielt eingesetzt werden aber auch Materialen wie Leder, Leinen oder Jeansstoffe. Je nachdem, welcher Typ Bär verkörpert werden soll. Gestopft werden die Bären mit Holzwolle und Naturgranulat. Zusammen entwickeln sie neue Designs und fertigen die Schnitte an, nähen, stopfen und sticken, weshalb alles eine unverwechselbare künstlerische Handschrift trägt. Das Ehepaar ist stolz darauf, dass vom Schnitt bis zum fertigen Charakterbär alles aus einem Guss produziert ist.

Die Namen und aufwändigen Kostüme der einzelnen Teddys sind fantasievoll und stellen einen starken Bezug zu den fellgewordenen literarischen oder filmischen Themen und Vorbildern her. So erinnert zum Beispiel Teddy ­McSparrow an den Film „Fluch der Karibik“, während (James) Dean in die Reihe der Biker passt. Chagall ist eine Hommage an den Lieblingsmaler von Günter Dufeu während Arbatel den gleichnamigen Engel der biblischen Offenbarung verkörpert.

Sammeln und spielen

Viele der Kunstwerke sind reine Sammlerobjekte, andere wollen und sollen bespielt werden. Welch ein taktiles Vergnügen, das weiche Mohairfell zwischen den Fingern zu spüren. Welch ein optischer Blickfang sind diese famosen, mal schrägen, mal verwegen blickenden Teddytypen: immer greif- und begreifbare Begleiter, Freunde, Vertraute, Kissen, Tröster und Therapeuten. Detailfreudig und stilecht sind auch die gut recherchierten, sorgfältig gefertigten Accessoires der liebevoll inszenierten Protagonisten. Mit schlafwandlerischer Sicherheit schätzen die Dufeus die unter ihren Händen entstandenen Persönlichkeiten richtig ein, um diese durch auf den Typ oder die Rolle maßgeschneiderte Outfits und Kostüme von ihrer Honigseite zu präsentieren.

Vielleicht sind es die französischen Wurzeln von Günter Dufeu, die für das gewisse Etwas, den ganz besonderen Pfiff der Bären und Hunde verantwortlich zeichnen. „Im 18. Jahrhundert, als die Franzosen Seide aus Krefeld importierten, verliebte sich einer meiner Vorfahren, ein junger französischer Zöllner, in ein deutsches Mädel“, erklärt Günter Dufeu. Aber egal, was es ist: die mit Humor, viel Pfiff und Fantasie komponierten Schmunzelteddys sind etwas ganz Besonderes.

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