Streuner und Vagabunden

Gudrun Didszilatis und ihre Sanny-Bears

15. Oktober, 2012 - Kategorie: Aktuell, Teddy- und Plüschtierwelten
Streuner und Vagabunden

Schräge Gestalten, Landstreicher-Bären aber auch detailgetreue Tierdarstellungen entstehen seit zehn Jahren im Atelier der Gelsenkirchenerin Gudrun Didszilatis. Den ersten eigenen Bären fertigte sie für ihre Tochter Sanny. Auf diesen bärigen Prototyp folgten viele weitere, die die Künstlerin unter dem Label Sanny-Bears auf den Markt bringt.

.Zehn Jahre ist es nun her, dass Gudrun Didszilatis mit dem ­Bärenmachen begonnen hat. Schon während der Arbeit an ihrem ersten Teddy wurde die Künstlerin angenehm von der Freude und dem Spaß, den sie beim Anfertigen dieses Petzes empfand, überrascht. Kein Wunder also, dass noch viele plüschige Gesellen folgten. Die ersten Exemplare ihrer Sanny-Bears waren zwischen 18 und 45 Zentimeter groß – das typische Standardmaß bei klassischen Teddykreationen. Ebenso altbewährt und stilistisch passend war das verwendete Material: Vor allem Schulte-Mohair und Alpaka fanden Verwendung.

Altbewährtes und Neues

Mit der Zeit wurde die leidenschaftliche Teddymacherin experimentierfreudiger. Es entstanden nicht nur Bären, sondern auch andere Tiere. Darunter kleine Hunde, ein Elefant und eine Gans: Nils Holgerssons Gans aus der berühmten Geschichte „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ von der schwedischen Schriftstellerin Selma Lagerlöf. Mit dem kompletten Ensemble – also Teddy Nils mit Gans – hat Gudrun Didszilatis im Jahr 2007 mehrere Preise bei namhaften Wettbewerben gewonnen, unter anderem sowohl den TOBY Industries Choice Award als auch den gleich­namigen Publikumspreis.

„Neuerdings haben es mir die kleinen Bären besonders angetan. Sie sind nur 14 Zentimeter groß. Für den zehnten Geburtstag meines Labels habe ich ­einen ganzen Koffer davon angefertigt, zehn Stück an der Zahl – einen für ­jedes Jahr meiner Sanny-Bears“, erläutert Gudrun Didszilatis stolz.

Gewichtig und freundlich

Ob groß oder klein, das wichtigste Merkmal eines Teddys ist für die Künstlerin ein freundlicher Blick. ­Bären, die traurig schauen, mag die ­Gelsenkirchenerin überhaupt nicht. ­Optische Brüche hingegen dürfen schon sein. „Ein leichtes Übergewicht gehört bei meinen Teddybären unbedingt dazu. Das verleiht ihnen auf Anhieb etwas Herzliches“, schmunzelt Gudrun Didszilatis, für die es selbstverständlich ist, dass sie die Bekleidung für ihre Kreationen eigenhändig entwirft und anfertigt. „Es ist ein schönes Gefühl, einen Teddy von Kopf bis Fuß vollständig selbst hergestellt zu haben“, betont sie. Außerdem ergeben sich damit komplett neue Gestaltungsspielräume. Schier unerschöpflichen Ideenreichtum legt die Teddymacherin beim Design von Landstreicher-Bären an den Tag. „Es ist ein riesiges Vergnügen, diese liebenswerten Schmuddelbären mit Schnapspulle in der Hand zu kreieren“, lacht die Künstlerin.

Schmetterlinge im Bauch

Auch Schmetterlinge spielen eine große Rolle im Leben von Gudrun ­Didszilatis. Allerdings eher in sym­bolischer Weise. Denn die sprichwörtlichen „Schmetterlinge im Bauch“ hat die Künstlerin, wenn sie sich zur Teilnahme bei einer Ausstellung oder Fachmesse angemeldet hat. „Ich ­frage mich jedes Mal von ­Neuem, ob ich auch genügend ­Teddybären dabei habe und wie ­meine Racker bei den Besuchern ankommen werden. Doch bis jetzt wurde ich bei jeder Ausstellung belohnt und mein Stand ist um etliche Exemplare leerer geworden.“

Reiselust

Bis zum Jahr 2009 war sie in Sachen Teddybär nahezu permanent unterwegs. Diese Reisen zu Events und das Entdecken bisher unbekannter Städte hat sie sehr genossen. Aus gesundheitlichen Gründen muss Gudrun ­Didszilatis seit zwei Jahren diesbezüglich schweren Herzens etwas kürzer treten. Weniger Reisen, weniger Anstrengungen. Doch mittlerweile hat sie einen neuen, etwas gemäch­licheren Rhythmus gefunden, sowohl beim Nähen als auch bei der Teilnahme an der einen oder anderen Bärenbörse. Zum Glück – denn das Hobby ganz aufzugeben käme für die ambitionierte Teddymacherin nicht infrage.

„Ich möchte die vergangenen zehn Jahre rund um den Teddybär nicht missen. Ich habe so viel Neues gelernt, erlebt und erfahren, dabei andere Künstler kennengelernt und Bärenfreunde gefunden, die mich auf meinem Weg begleitet haben. Das Bärenmachen gehört zu meinem Leben unbedingt dazu und deshalb freue ich mich auf viele weitere Jahre mit meinen Sanny-Bears.“

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