Spektakuläre Sonderausstellung in Basel

Aufgezogen und aufgeladen

10. April, 2013 - Kategorie: Aktuell, Antik & Auktion
Spektakuläre Sonderausstellung in Basel

Aufziehbare Spielzeuge sind wahre Wunderwerke der Technik. Seit mehr als 100 Jahren lassen sie Kinderherzen höherschlagen. Die Sonderausstellung des Spielzeug Welten Museum Basel mit dem Titel „Aufgezogen und aufgeladen“, die vom 20. April bis zum 6. Oktober 2013 zu sehen ist, zeigt viele begehrte Sammlerobjekte – darunter auch eine Reihe von Teddybären.

Aufziehbare Spielzeuge haben ihren ganz besonderen Reiz. Einmal beeindrucken sie durch ihre Beweglichkeit beziehungsweise die Funktionen, die sie auführen, andererseits durch die ausgefeilte Technik, die in den Kreationen verbaut ist. Die Produktion von aufziehbarem Spielzeug hat in Deutschland eine lange Tradition. Zu den bekannten frühen deutschen Herstellern gehören unter anderem Schuco, Tippco sowie Günthermann mit ihren Fahrzeugen, Luftschiffen, Tieren und nicht zuletzt Teddybären.

Aus Übersee

In den 1950er-Jahren kamen neben den heimischen Produkten auch sich selbst bewegende Spielzeuge aus Japan auf den deutschen Markt. Der Fantasie und dem Einfallsreichtum waren keine Grenzen gesetzt. Der Popcornverkäufer mit Wagen, der Magier mit seinen Zaubertricks und der Pfeife rauchende Förster sind nur einige Beispiele. Diese neuen Spielzeuge aus Asien waren aufziehbar oder – bislang ein Novum – batteriebetrieben. Waren die frühen Objekte meist aus Blech, kamen mit der Zeit mit Mohair oder Stoff bekleidete Figuren und Tiere dazu.

Anfänge bewegter Bären

Die europäischen Spielzeughersteller wurden in den späten 1880er-Jahren durch die damals noch überall vorgeführten echten Tanzbären dazu inspiriert, ein entsprechendes mechanisches Spielzeug herzustellen. Roullet-­Decamps war einer der Ersten und produzierte bereits Ende des 19. Jahrhunderts mechanische Bären. Aufgrund der Erfahrungen, die die Firma bereits bei der Herstellung von Puppenautomaten gesammelt hatte, gelangen ihr schon sehr früh interessante Kreationen. Die mechanischen Plüschgesellen konnten tanzen, Musikinstrumente spielen, Wasser in ein Glas füllen, trinken – und sogar Zigaretten rauchen. Diese frühen Bären waren mit Kaninchenfell überzogen und erfreuten sich über ein halbes Jahrhundert großer Beliebtheit.

Ein anderer französischer Hersteller, Fernand Martin, entwickelte den allerersten mit Plüsch überzogenen mechanischen Bären kurz vor dem Jahr 1900. Dieser Laufbär mit einer Größe von etwa 18 Zentimeter wurde fast 50 Jahre lang verkauft. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Deutschland zu einem Zentrum der Spielzeugherstellung. Die Gebrüder Bing begannen mit den ersten mechanischen Teddybären, später folgten dann die Schuco-Bären.

Sammlerstücke

Die mechanischen Spielsachen deutscher Hersteller avancierten schnell zu beliebten und begehrten Sammlerobjekten. Die Produkte waren von hoher Fertigungsqualität und in jeder der weit gespannten Preisklassen ihr Geld wert. Zu Namen wie Lehmann, Schuco, Eberl, Stock und Köhler fallen jedem Blechspielzeugsammler sofort einige Figuren ein. Aber auch Bing, Tipp & Co., Günthermann, Distler und ­Fleischmann boten in den ersten Produktionsjahren zahlreiche Figuren an.

Showroom

In der Ausstellung des Spielzeug ­Welten Museum Basel werden mechanische Spielzeuge aus aller Welt gezeigt. Die Schau präsentiert Exponate aus der Frühzeit der Spielwarenherstellung bis zur Gegenwart. In insgesamt 70 Kurzfilmen, die direkt neben den einzelnen Objekten auf Glasscheiben projiziert werden, können sich die Besucher darüber informieren, zu welch lustigen Bewegungsabläufen die ausgestellten Spielzeuge imstande sind.

Diesen Artikel...
Kennen Sie schon?
PUPPEN & Spielzeug
Reise der Buchstaben
Puppen-Preisführer 2011