Prägende Kraft

Bärendesign von Heike Boam

11. Februar, 2013 - Kategorie: Aktuell, Teddy- und Plüschtierwelten
Prägende Kraft

Heike Boam ist eine der Teddykünstlerinnen, die die Bärenszene während ihrer Hochkonjunktur in den 1990er-Jahren maßgeblich geprägt haben. Mit Ideenreichtum, Leidenschaft und handwerklichem Geschick ist es ihr und ihren Mitstreitern gelungen, Zeichen zu setzen, die noch heute Bestand haben.

Heike Boam lebt in den Vereinigten Staaten von Amerika, als sie die Welt der Künstlerbären für sich entdeckt. Somit hat sie einen engen Bezug sowohl zur amerikanischen als auch zur deutschen Teddyszene. Bereits wenig später beteiligt sie sich rege an namhaften Ausstellungen in der alten und neuen Heimat. Somit ist sie an den entscheidenden Schauplätzen stets präsent. Ihr künstlerischer Schwerpunkt liegt von Anfang an auf Mini-Bären.

Spannungsgeladen

Heike Boam erinnert sich an ihre Anfänge: „Nach dem Umzug von Deutschland in die USA störte es mich kolossal, dass ich ausschließlich in der Küche nähen konnte, denn nur dort hatte ich einen Spannungsumwandler, ohne den meine Nähmaschine – ein deutsches Fabrikat – nicht lief. Eines Tages hielt ich ein Stück Minibärenstoff in der Hand: Damit hatte ich endlich eine ganz wunderbare Lösung gefunden: Meine kompletten ­Nähutensilien passten fortan in einen kleinen Plastikbeutel, den ich quasi überall hin mitnehmen konnte!“

Dieser Umstand markiert die Geburtsstunde der „Heike Boam-Bears“. Parallel wird das Teddymachen für die Künstlerin, die gelernte Übersetzerin ist, zum neuen Hauptberuf. Heute lebt Heike Boam wieder in Deutschland und arbeitet an einer Staufener Grundschule in der Kinderbetreuung. „Allein vom Bärenmachen könnte ich meinen Lebensunterhalt heute nicht mehr bestreiten, aber es ist zu einem ganz besonderen Hobby geworden.“

Faszination Teddybär

Ob als Freizeitbeschäftigung oder Broterwerb: Das Kreieren von Teddybären ist für Heike Boam eine Tätigkeit, deren Faszination mit nichts zu vergleichen ist. Als begeisterte und versierte Näherin, die auch einen Teil ihrer Kleidung selbst herstellt, formuliert sie den für sie entscheidenden Unterschied zwischen dem Nähen eines Kleidungsstücks und dem Anfertigen eines Teddybären: „Wenn man ein Kleid näht, dann ist das Ergebnis auch oft schön und erfreulich. Aber bei einem Bären schafft man ein Wesen mit Charakter, das einen individuellen Ausdruck hat und Gefühle beim Betrachter weckt.“
Die Leidenschaft und Motivation teilt die Breisgauerin mit Gleichgesinnten der global geprägten Bärenszene. „Ich habe als Teddymacherin zahlreiche, wunderbare Freunde in aller Welt gefunden, mit denen ich durch unser gemeinsames Hobby verbunden bin.“ Seit einigen Jahren gehört Heike Boam zur sogenannten Bearconnection. Dahinter verbirgt sich eine international ausgerichtete Gruppe von sieben Teddykünstlern aus vier Ländern. „Wir bündeln Aktivitäten, indem wir bei Ausstellungen gemeinsam auftreten. Jedes Mitglied behält jedoch seine künstlerische Eigenständigkeit innerhalb der gemeinschaftlichen Präsentation unserer Exponate. Wir sind überzeugt davon, dass man Synergien nutzen muss. Networking ist ein Neologismus, der in etwa beschreibt, worauf es uns mit der Bearconnection ankommt.“ Ein Konzept mit Erfolg: Bei der TEDDYBÄR TOTAL 2011 erhielt die Bearconnection für den gemeinschaftlichen Wettbewerbsbeitrag „Save the Planet“ den GOLDEN GEORGE.
Neben ihren nach wie vor beliebten Minis fertigt Heike Boam inzwischen auch traditionelle Petze in klassischen Größen und experimentelle Varianten im Anime-Stil. Bevorzugtes Material ist Mohair, aber auch Viskose kommt zum Einsatz.

Teddy Bears of Witney

Die Auflagen ihrer Stücke hält die Künstlerin eher klein. Die Teddybären, die auf Ausstellungen präsentiert und verkauft werden, sind überwiegend Unikate. Darüber hinaus stellt Heike Boam für Teddy Bears of Witney, einem Shop im englischen Oxfordshire, Kleinserien in limitierten Auflagen von maximal sechs Stück pro Design her. „Diese Aufgabe schätze ich in ganz besonderem Maße. Teddy Bears of Witney ist ein liebevoll geführter Bärenladen mit wunderschön gestalteten Katalogen. Durch die Präsenz dort erreiche ich weltweit ein fachkundiges Sammlerpublikum, auch wenn ich selbst nicht mehr so viel reise.“

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