Happy Birthday, TEDDYS kreativ

Ein Rückblick von Karin Schrey

7. April, 2010 - Kategorie: Aktuell, Szene
Happy Birthday, TEDDYS kreativ

Wie gratuliert man einer Zeitung zum Geburtstag? Am besten, indem man sich erinnert, was man darin alles gelesen hat. Ich weiß noch, wie es anfing: Die erste TEDDYS kreativ, die damals Teddys – Das kreative Bärenmagazin hieß, war noch ein Special.

Viele Bärenkünstler haben als Puppenmacher angefangen; irgendwann war die Liebe zum Plüsch stärker als zu Porzellan, das damals der Stoff war, aus dem Puppenträume bestanden. Vinyl war noch nicht sammelwürdig. Celluloid fing gerade erst an. Teddybären und Plüschtiere begleiteten in jenen Jahren fast ausschließlich Puppen – antike, Repros und Künstlerpuppen. Sie waren liebenswertes Beiwerk der porzellanenen Schönen. Dass sie einen eigenständigen Sammlermarkt haben könnten, daran dachte man noch nicht. Doch der Teddy begnügte sich nicht mit seiner Rolle als Prinzgemahl. Schließlich ist er selbst ein König. Erinnern wir uns: Der Bär ist der nordische König der Tiere, der Herrscher der Wälder. Immer öfter begegnete man Menschen, die aus Puppenbörsen kamen und den Arm voller Stofftiere hatten. Deshalb wollten wir auch einmal etwas für die vielen Bärenliebhaber unter den Puppensammlern machen: das Magazin TEDDYS. Was für ein Erfolg dieser ersten Zeitschrift. Viele Leser erfuhren zum ersten Mal, dass es nicht nur Puppenmacher, sondern auch Bärenmacher gab, und auch schon richtige Künstler: Unter den ersten, über die damals berichtet wurde, waren Claudia Weinstein, Ulrike Amadori, Joyce Ann Haughey und Hanne Schramm. Wie viele Bärenmacher sind danach im Lauf der letzten fünfzehn Jahre durch Teddys berühmt geworden. Die besten unter ihnen arbeiteten dann auch als Designer für die großen traditionellen Herstellerfirmen. Über diese berichteten wir in Teddys natürlich auch. Ihre Erzeugnisse waren schließlich die ersten Teddys, die wir kennen gelernt haben. Sie begleiteten uns schon durch unsere Kindheit hindurch. Teddys war von Anfang an daran gelegen, Bindeglied zu sein zwischen Sammlern, Herstellerfirmen und Bärenkünstlern.

Es wurden Trends gesetzt

Mit Teddys wurden Trends gesetzt – erinnern wir uns zum Beispiel an die Wieder­entdeckung der Urform des Bären dank der hervorragenden Fotos von wildlebenden Grizzlys von Gerhard Hay. Da tauchten auf der Nürnberger Messe auf einmal wieder Bären auf allen Vieren auf, die damals beinahe verschwunden waren. Findige Bärenkünstler ­entwickelten, um Naturbären so naturalistisch wie möglich zu gestalten, einen neuartigen Halsmechanismus, der von Fell bedeckt war, damit es so echt wie möglich aussah. Vor allem Eisbären erlebten einen Boom schon lange vor Knut. Daneben gab es die vielen bekleideten Teddys: vom liebenswerten Blumenmädchen bis zum tätowierten Rocker-Teddy konnten sie nun endlich zeigen, was alles in ihnen steckt. Auf Nicht-Sammler wirkte dies oft befremdlich, wenn sie die neue Zeitschrift zum ersten Mal sahen: „Aber“, war meistens die Reaktion, „warum haben die denn was an? Bären haben doch ein Fell, die brauchen doch keine Kleider. Und das sind keine Menschen.“ Haben die eine Ahnung. Auf die Erklärung, Bären seien das perfekte Abbild des Wesens des Menschen erntete man von Ignoranten meistens nur ungläubige bis mitleidige Blicke.

Wir klärten auf

Doch dann ging es plötzlich los: Wie zuvor bei den Puppen, so tauchten auf einmal überall Bären auf: Als Werbeträger waren sie ja schon länger bekannt, nun gab es nichts mehr, was der Sympathieträger Teddy nicht verkaufte. Die Welt wurde mit Teddybären überschwemmt. Zur Freude der einen – zum Kummer der anderen, denn natürlich blieb die Qualität dabei oftmals auf der Strecke. Wir befürchteten: Wird der qualitätsvolle Teddybär diese Invasion überleben? Werden die Menschen unterscheiden lernen zwischen billigem Ramsch und hochwertigem Design, zwischen Massenware und Produkt eines Künstlers beziehungsweise eines zu Qualität und Tradition verpflichteten Handwerksbetriebs? Wieder war Teddys gefordert: Durch Aufklären, durch Information und auch durch die Anzeigen der Künstler, Firmen und deren Zulieferer erfuhren unsere Leser, woraus Qualität besteht und worauf man beim Kauf von Bären zu achten hat.

Besonders stolz darf man auch auf Teddys Engagement für die richtigen Bären sein. Immer wieder gab es Beiträge in Teddys über die Arbeit von Greenpeace, über Braunbären in Europa, die erbärmliche Lage der Mondbären in China, über Bärenparks und Aktionen, wie misshandelte Bären aus ihrer Sklaverei freigekauft wurden. Besonders verbunden ist Teddys mit dem Bärenpark Worbis.

Denn bei aller Liebe zu Plüsch wollen wir die echten Tiere doch nicht darüber vergessen. Denn ein Teddy ist Stoff gewordener Ausdruck der Liebe zu allem Lebendigen.

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