Die Nachfolgerin

Monika Böning und das Werk ihrer Tochter

9. August, 2013 - Kategorie: Aktuell, Teddy- und Plüschtierwelten
Die Nachfolgerin

Monika Böning und ihr Mann Rolf ergänzen sich perfekt: Sie fertigt Teddys, er passende Accessoires aus Holz. Daher sieht man sie auf den großen Szene-Events stets im Doppelpack. In TEDDYS kreativ berichtet die Teddykünstlerin, wie sie durch ihre Tochter zum Bärenmachen kam und was zukünftig geplant ist

TEDDYS kreativ: Viele Künstler, die heute erfolgreich ­Teddys kreieren, sind mehr oder ­weniger durch Zufall zum Bärenmachen gekommen. Sie haben sich dazu entschlossen, das Werk Ihrer Tochter fortzuführen. Erzählen Sie bitte, wie es dazu kam.
Monika Böning: Das stimmt. Meine Tochter Patrizia hat vor 15 Jahren mit dem Teddynähen begonnen. Leider fehlt ihr mittlerweile die Zeit, da sie verheiratet ist und zwei kleine ­Kinder hat, die ihre ganze Aufmerksamkeit brauchen. Mit der Zeit entstanden ­immer weniger Teddys in ihrem ­Atelier und das fand ich persönlich sehr ­traurig. Irgendwann kribbelte es mir dann in den Fingern und ich kreierte meinen ersten eigenen Bären. Das Ergebnis war besser als erwartet und das spornte mich an, immer besser zu werden und weiter zu machen.

Wie reagierte Ihre Tochter darauf, dass Sie sich nun ebenfalls mit dem Bärenmachen beschäftigen wollten?
Ich habe Patrizia zunächst gefragt, ob sie damit einverstanden wäre, wenn ich auch mit dem Teddymachen anfangen würde. Sie war sofort Feuer und ­Flamme für die Idee und ich legte richtig los. Nach einem Jahr war ich dann soweit, dass ich meine ersten Bärchen auf einer Ausstellung in ­Dortmund präsentieren konnte. Dort verkaufte ich auch meinen ersten Bären. Mit der Kundin habe ich übrigens noch heute regen Kontakt.

Man trifft Sie auf Bärenbörsen meist in Begleitung Ihres Mannes. Er ­präsentiert dort Holz-Accessoires, die perfekt zu Ihren Kreationen ­passen. Wie lange betreibt er dieses Hobby bereits?
Mein Mann hat mit der Fertigung ­kleiner Holz-Accessoires im Jahr 1998 begonnen und fährt seit 1999 zu den Ausstellungen und Börsen. Zunächst hat er ­unsere Tochter begleitet, nun unterstützt er mich. Sein Sortiment hat er mit der Zeit stetig erweitert. Das Schönste ist aber, dass wir ein gemeinsames Hobby haben und auf diese Weise viel Zeit zusammen verbringen können.

Woher bekommen Sie die Ideen für Ihre plüschigen Kreationen?
Das passiert meistens ganz spontan. Dann habe ich eine Idee und sehe den Teddy genau vor mir. Dann bekomme ich nicht eher Ruhe, bis der Bär exakt nach meinen Vorstellungen aufgemalt, ausgeschnitten und gefertigt ist. Zudem steht mir mein Mann mit seinem Rat, seiner Meinung und seiner Kritik zur Seite. Wenn ein neuer Plüschgeselle fertig ist, begutachtet er ihn und es inspiriert mich sehr, wenn er ihn gut gelungen findet.

Die Werratalbären gibt es nun seit rund drei Jahren. Wodurch zeichnen sie sich aus?
Meine Teddys sind freundlich, witzig und frech. Dazu trägt der ausgefallene Pfotenstoff bei, den ich für alle meine Teddys verwende.

Es ist also eine Frage des ­Materials. Mit welchem arbeiten Sie am ­liebsten?
Am liebsten arbeite ich mit Schulte-Mohair und Alpaka. Beide Stoffe haben eine sehr gute Qualität und lassen sich vortrefflich verarbeiten. Zum Stopfen meiner Bären verwende ich ausschließlich Schafwolle, da ich damit sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Und auch bei den Accessoires setze ich auf höchste Qualität. Ich ­verwende entweder die Holzarbeiten meines Mannes aber auch andere außergewöhnliche Stücke.

Was bereitet Ihnen beim Fertigen ­ihrer Bären besondere Freude?
Die Frage ist schnell beantwortet: Es ist das Teddygesicht. Ich liebe es, dieses in allen Einzelheiten auszugestalten. Da können schon mal fünf bis sechs Stunden vergehen, bis es mir gefällt.

Welche Pläne haben Sie für die ­Zukunft?
Ich werde versuchen, mich künstlerisch weiterentwickeln. Und natürlich habe ich vor, neue Ideen zu verwirklichen und in liebevoller Handarbeit sowie mit neuen Materialien schöne Bären zu fertigen. Man darf also gespannt sein.

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