Das Multitalent – Oksana Skliarenko

Spiegel der ukrainischen Seele

11. Dezember, 2012 - Kategorie: Aktuell, Teddy- und Plüschtierwelten
Das Multitalent – Oksana Skliarenko

Sie hat die Teddykultur der Ukraine so nachhaltig geprägt wie keine andere Bärenmacherin: Oksana Skliarenko. Die Künstlerin, die sich ihrer Kunstform auf unterschiedlichste Arten nähert, kreiert ausgefallene Teddys, die eines gemeinsam haben. Sie spiegeln die Seele des ukrainischen Volkes wider.

Die TEDDYBÄR TOTAL 2012 in Münster war für die die ­ukrainische Künstlerin ­Oksana Skliarenko eine gute Gelegenheit, Bären­enthusiasten aus aller Welt ihre ­Kreationen vorzustellen. In ­Münster suchte und fand sie den Dialog mit Sammlern und Künstlerkollegen. Die exzellente Organisation und das einzigartige Flair der Messe gefielen ihr so gut, dass sie auch 2013 wieder mit von der Partie sein wird. Zudem möchte sie unbedingt am GOLDEN GEORGE, dem wichtigsten Award der Bärenszene teilnehmen, der auf dem Internationalen Teddy-Treff verliehen wird.

Ideenpool

Bärige Inspirationen sind bei Oksana Skliarenko nicht an Situationen oder Orte gebunden. Mitten in einer Einkaufsschlange kommt ihr nicht selten eine zündende Teddyidee und schon hat ihr Bleistift eine Skizze aufs Papier gezaubert. Dann kann es passieren, dass sie nach Hause läuft, um mit Schere, Nadel und Faden loszulegen. In ­Münster hat sie eine Auswahl an Alpaka-Stoffen ergattert, um daraus Miniatur­teddys zu fertigen.

Werdegang

Die im Jahr 1975 geborene Oksana Skliarenko ist beseelt von einer grenzenlosen Liebe zu Teddys sowie der Sehnsucht immer bessere, perfektere Plüschgesellen in die Welt zu setzen. Natürlich gab es für die junge Frau auch ein Leben vor den Bären, als sie als Analy­tikerin in einem nationalen Insti­tut für internationale Sicherheit arbeitete. ­Diese Zeiten liegen jedoch ­hinter ihr. Inzwischen kann sich ­Oksana ­Skliarenko ein Leben ohne Teddys nicht mehr vorstellen. Sind sie doch der Motor für ihre Schaffenskraft und Freude.

Ihr aus den Niederlanden stammender Schwiegervater Teuse meint, dass sich das Leben der Künstlerin durch die ­Teddys verändert habe. Mit ihren Bären­kindern trägt sie zu einem positiven Image ihrer Heimat, der Ukraine, bei. Man sollte ihre bärigen Gesellen mit den Händen und den Augen des Teddykundigen „be-greifen“. Dann erkennt man auch etwas von dem fröhlichen Herzen, dem offenen Wesen ihrer Schöpferin und riskiert einen Blick in die ukrainische Seele. Bären, mit ihrer Kraft und brummigen Majestät beflügeln ­Oksana Skliarenko immer wieder zu neuen, überraschenden Kreationen. Gut zu Gesicht steht ihren Teddys die reich bestickte traditionelle, ukrainische Tracht, die den Namen Vishyvanka trägt.

Das Faible für Trachten hat sie von ­ihrer Großmutter, die ihr beibrachte, wie man eine Trachtenpuppe unter den eigenen Händen entstehen lässt. Zu ­diesem Zeitpunkt war sie gerade mal sechs Jahre jung.

Multitalent

Die von Oksana Skliarenko kreierten Teddys, mal aus Alpaka, mal aus einer Mischung aus langhaarigem und kurzhaarigem Mohair, stecken voller Geschichten. Aus diesem Grund hat sie schon zahlreiche Märchenbücher geschrieben und illustriert sowie sechs Fachbücher veröffentlicht. Darunter sind die Titel „Ukrainische traditionelle Trachten für Puppen“, „Geschichte und Manufaktur“, „Ein Kuscheltier aus eigenen Händen“ und „Die Puppe im ukrainischen Stil“. Letzteres wurde vom ukrainischen Ministerium für Wissenschaft und Bildung für die Nutzung als Lehrbuch autorisiert. Zum besten Kunstbuch des Jahres 2008 wurde ihr Werk „Ukrainische Puppenbekleidung“ anlässlich eines Wettbewerbs gekürt. Für Bärenmacher ist das Buch „Das Land der Kuscheltiere“ besonders interessant. Es beinhaltet die Grundlagen des Modellierens von Teddys.

Nicht alle ihre Kuscheltiere sind Teddys, und nicht alle von Oksana ­Skliarenkos Bären sind Kuscheltiere. Auf der TEDDYBÄR TOTAL 2013 in Münster wird sie dies mit ihren kleinen silbernen Teddy-Anhängern unter Beweis stellen. Als besonderes Highlight blicken diese aus funkelnden, kubischen Zirkonia-Augen keck in die Welt. ­Einer ihrer Mini-Teddys war die Basis für den Entwurf. Um diese Bären zu kreieren, musste sie sich mit den Grundbegriffen der Schmuck-Herstellung vertraut machen. „Mein Mann Oleg und mein Vater haben dabei geholfen, dass meine Idee bärige Gestalt in Silber annehmen konnte“, erklärt die Künstlerin stolz.

Sendungsbewusst

Es liegt Oksana Skliarenko am Herzen, den vielzitierten Teddybärvirus zu verbreiten, weshalb sie Modellierkurse leitet und Lehrer ermutigt, ihren Schülern zu helfen, auf spielerische Weise ihre Feinmotorik zu entwickeln. Im Jahr 2007 gab sie beispielsweise einen Meisterkurs zum Thema „Ukrainische Trachtenpuppen“. Sie arbeitete zwei Jahre lang an einer Schule für behinderte Kinder und leitete Workshops, in denen sie zeigte, wie man diese traditionellen Kunstwerke herstellt.

Seit 2008 ist Oksana Skliarenko Ausbilderin im Fach Teddy-Technologie und erhielt zeitgleich den Pokal anlässlich des alljährlichen Wettbewerbs „Präsentation ukrainischer Volkskunst“. Kein Wunder, dass ihre Arbeit und Kreativität durch zahlreiche Auszeichnungen im In- und Ausland gekrönt wurden. 2011 erhielt sie in Großbritannien das „Certificate of Achievement“ für ihre technologische Entwicklungsarbeit und Formgestaltung von Kuscheltieren. In den USA ist sie Preisträgerin des URSA Award-Wettbewerbs, der vom Online-Magazin Bears & Buds verliehen wird und war im Jahr 2008 Diplomandin eines nationalen Wettbewerbs in der Fachrichtung Zeichnen. Zudem war sie auf vielen weiteren Wettbewerben als Jurymitglied oder VIP-Teilnehmerin vor Ort. Im Jahr 2007 erhielt sie ein offizielles Dokument in Anerkennung für ihre Verdienste, das kulturelle Erbe der Ukraine zu fördern und zu bereichern.

Die Gründerin des ersten Teddy-Studios in der Ukraine engagiert sich auch für gute Zwecke, zum Beispiel für die Stiftung Santa Maria in Kiew, die sich um Waisenkinder kümmert. Schließlich gehören Teddys und Kinder zusammen, sind die Plüschgesellen doch die besten Kumpel und Tröster.

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